Interview mit Engelbert Schuller-Wagner

Interview mit Engelbert Schuller-Wagner

Engelbert Schuller-Wagner ist ein innovativer Unternehmer, der mit seiner Zimmerei schon viele erfolgreiche Projekte umgesetzt hat. Sein Wissen über den Strohbau hat er bei Pionierprojekten und bei der Zusammenarbeit mit Virko Kade erworben. Wir freuen uns sehr, dass er uns heute ein Interview gibt.

SonnenKlee: Bitte stelle Dich unseren Leserinnen und Lesern kurz vor.

Engelbert Schuller-Wagner: Mein Name ist Engelbert Schuller-Wagner, 44 Jahre jung, verheiratet und stolzer Vater 3er Kinder!

Nach meiner Lehre als Mess- und Regeltechniker wurde mir schnell klar, dass dies nicht MEIN Werkstoff war und somit begann ich meine berufliche Laufbahn als Zimmermann. Nach vielen Jahren am Bau und in der Arbeitsvorbereitung machte ich die Meisterprüfung und kurz danach stürzte ich mich in das Abenteuer der Selbstständigkeit. Nun bin ich seit mittlerweile 6 Jahren mein eigener Chef und seitdem immer auf der Suche nach innovativen Projekten und Baustoffen.

SonnenKlee: Was fasziniert Dich an den Baustoffen Holz und Stroh und warum bist Du Zimmerer geworden?

Engelbert Schuller-Wagner: Das Arbeiten mit Naturmaterialen und im Freien war mir stets wichtig und dies wollte ich auch mit meiner Berufswahl unterstreichen. Durch meinen Vater, gelernter Tischler, habe ich schon früh den Umgang und die Verarbeitung mit Holz gelernt. Diese Zeit hat mich geprägt.

SonnenKlee: Du hast ja bereits zwei lasttragende Strohhallen für uns gebaut. Was hat dich bei den Projekten besonders interessiert und was waren dabei die größten Herausforderungen?

Engelbert Schuller-Wagner: Die größte Herausforderung war den Anrainer zu erklären, was wir hier machen 😉. Scherz beiseite…

Durch die örtliche Nähe der Fa. Sonnenklee wurde ich sehr schnell auf den Baustoff Stroh aufmerksam. Nachdem ich mein erstes Strohbauseminar absolviert hatte, war mir klar, dass dieser Baustoff etwas Besonderes ist und mit Holz perfekt kombinierbar ist und sehr viele Projekte umgesetzt werden könnten.

Nach dem Seminar kam die Fa. SonnenKlee auf mich zu, mit der Anfrage, ob es für mich interessant wäre, eine lasttragende Strohhalle aufzubauen. Natürlich war ich sofort Feuer und Flamme und so begann unsere Zusammenarbeit.

Für mich die größte Herausforderung stellte die Verbindung zwischen Strohballen und Holzbau dar, was wir aber mithilfe von Virko Kade einfach lösen konnten.

SonnenKlee: Kannst Du uns noch etwas über die Konstruktion der beiden Strohhallen erzählen?

Engelbert Schuller-Wagner: Die Herausforderung bei dieser Konstruktion ist die statische Stabilität. Auch wenn die Strohballen sehr groß sind (70x120x250cm) und natürlich auch dementsprechend schwer, war die Ableitung der Windkräfte eine Herausforderung. Wir konnten dies dann mithilfe unseres Statikers, der bis dato nichts mit der Strohbauweise zu tun hatte, und diese nun kennen und schätzen gelernt hat, sehr gut lösen. Jetzt sind wir fit für neue Projekte dieser Art!

SonnenKlee: Die Projekte wurden von Virko Kade (one straw revolution) betreut. Wie ist die Zusammenarbeit mit Virko gelaufen?

Engelbert Schuller-Wagner: Virko hat uns stets unterstützt bzw. sein Fachwissen einfließen lassen. Er war uns eine große Unterstützung!

Sein Fachwissen ist beachtlich und ein man sieht sofort, dass er diese Bauweise zu 100 % vertritt! Dank seiner unkomplizierten und aufgeschlossenen Art ist die Zusammenarbeit mit ihm stets eine Freude.

SonnenKlee: Aktuell planst Du für einen Kunden ein strohgedämmtes Einfamilienhaus. Was ist die Motivation der Baufamilie für diese Bauweise?

Engelbert Schuller-Wagner: Wie vorhin schon erwähnt habe, kann ich in meiner Selbstständigkeit nun Projekt verwirklichen, die mir echt am Herzen liegen und dieses ist definitiv eines davon!

Die Baufamilie schafft mit dieser Bauweise Lebensqualität und nicht nur Lebensraum! Dazu möchten sie, gesunde, nachhaltige, regionale Baustoffe verwenden. Der Strohbau bietet uns die Möglichkeit, nicht recyclebare Produkte, die wir im konventionellen Holzbau für die Dichtheit verwenden müssten, durch nachhaltige, ökologisch sinnvolle Alternativen zu ersetzen. Dies schätzen meine Kunden und auch ich am meisten!

SonnenKlee: Welches Potenzial siehst Du für Stroh als Baustoff in näherer Zukunft?

Engelbert Schuller-Wagner: Ich sehe sehr viel Potenzial darin! Immer mehr Kunden hinterfragen die herkömmlichen Baumaterialien und hier kann ich immer wieder Stroh empfehlen. Durch die Möglichkeit, dass Stroh nun auch in vorhandene Gefache eingeblasen werden kann, bieten sich natürlich im Holzbau sehr viele Varianten an, um Stroh als Dämmstoff zu verwenden.

SonnenKlee: Ich habe auf Deiner Web-Seite gesehen, dass Du schon viele Althaussanierungen gemacht hast. Was ist Dir bei Sanierungsprojekten besonders wichtig?

Engelbert Schuller-Wagner: Natürlich der nachhaltige Aspekt! Unser Firmenmotto lautet „Mit neuem Wissen Altes bewahren“ und wir versuchen diesem Motto treu zu bleiben!

SonnenKlee: Möchtest Du unseren Leserinnen sonst noch etwas mitteilen?

Engelbert Schuller-Wagner: Bei Angeboten sollen die Produkte im Vordergrund stehen und diese dann verglichen werden. Im ersten Augenblick kann ein Angebot mit alternativen Materialien etwas teurer erscheinen, jedoch mit dem Blick auf Nachhaltigkeit, Regionalität und dem ökologischen Fußabdruck, ist ein Bauen mit diesen Produkten immer attraktiver.

Ich freue mich auf die Zukunft und auf weitere Projekte natürlich mit Stroh 😊

Lieber Engelbert, vielen Dank für das Interviewgespräch!

Links:

Besuchen Sie uns auf der Messe Tulln

Besuchen Sie uns auf der Messe Tulln

Wir beraten Sie auch dieses Jahr wieder gerne auf der HausBau + EnergieSparen Tulln. Sie finden uns am Gemeinschaftsstand der Ecoplus.

Diese findet vom 16. – 18. April 2021 von 10:00 – 18:00 Uhr in Tulln statt.

Kontakt zum Messeveranstalter

Messe Tulln GmbH
A-3430 Tulln, Messegelände
Tel: +43/(0)2272/62403-0
Fax: +43/(0)2272/65252
e-mail: messe@tulln.at

Messe Tulln – HausBau + EnergieSparen Tulln (messe-tulln.at)

ASBN Strohballen-, Kalk- und Lehmputz-Workshops 2021

ASBN Strohballen-, Kalk- und Lehmputz-Workshops 2021

3 Tage Strohballen-Einführungs-Workshops

Einführungs-Workshop Stroh: 30. April – 2. Mai 2021

oder

Einführungs-Workshop Stroh & Lehm: 4. – 6. Juni 2021, Start jeweils Fr. 12:00, Ende Sonntag 17:00

Inhalt: Geschichte des Strohballenbaus, Eigenschaften von Stroh, Architektur-Beispiele, Arbeiten mit und Bearbeiten von Strohballen, Strohballen-Infill, Erklärung der verschiedenen Konstruktionen.

Unsere Corona-Garantie: Die Einführungs-Workshops finden in 3720 Ravelsbach, Baierdorf statt, da sie aber auch als interaktive online-Kurse verfügbar sind, finden sie auch bei Corona-Reise- oder Veranstaltungsbeschränkungen garantiert auf jeden Fall online zur gleichen Zeit (mit Trainerbegleitung über Zoom) wie geplant statt.

Unkostenbeitrag (inkl. Verpflegung und Übernachtung):
1 Person: € 300,–
1 Paar: € 550,– (das können auch Freunde sein)
Studenten und Arbeitslose: € 250,–

Weitere Seminare von ASBN
5 Tage Praxis-Workshops: siehe dazu auch die Workshop-Seite von asbn

  • Strohballen Infill & Prefab: 10.-14. Mai 2021
  • Strohballen CUT+Lasttragend: 24.-28. Mai 2021
  • Strohballen Wrapping: 21.-26. Juni 2021
  • Strohballen CUT-Technik: 12.-16. Juli 2021
  • Lehmputz: 19.-23. Juli 2021
  • Kalkputz: 30. August-04.September 2021
  • Lehmfeinputz: 6.-10. September 2021
  • Innenausbau – Dekoration mit Naturmaterialien: 27. September-2. Oktober 2021

Anmeldung unter asbn@baubiologie.at

Interview with Nicola Preti – Architect (IT)

Interview with Nicola Preti – Architect (IT)

Nicola Preti, architect and specialist in natural building, Verona (IT)

Nicola is an architect, living in Verona, and he has been designing buildings from natural materials such as wood, straw, hemp and clay for 7 years. He knows how to bring the design and function of buildings together in an intelligent way and he creates healthy and sustainable living space for his customers. We are very pleased that he is answering our interview questions.

SonnenKlee: Can you briefly describe what you do?

Nicola: I have been an architect since 2006 and for about 7 years I have been exclusively involved in designing buildings using natural materials because I believe it is the smarter future for my clients‘ homes.

SonnenKlee: Why is communication important for an architect?

Nicola: In 2012, I decided to open my own business and began to review my business as a designer. I took a trip to Holland because I was looking for a country with businesses based on creativity, innovation and ecology. It was my moment of rebirth. I understood the importance of communication: designing in the Netherlands is half of the preparation of the product. The other half of the preparation is selling. There is no project without its presentation and communication plan. This is how I came to build the private group „Committenti Coraggiosi” (Brave Clients), which today involves more than 100 private clients, and I also involve over 300 participants in my free conferences on straw houses.

SonnenKlee: Why is the use of natural building materials so important and why do you use them in your projects?

Nicola: Today, after 7 years of designing with natural materials, I am still amazed by the properties of wood, the colours of clay, the scent of a straw wall. The result is a design method that has fixed times and costs, and that has not inferior to anything else “traditional” systems, or more tested ones, such as cement, polystyrene and plastic materials. I believe that natural materials are important in architecture because the building sector is one of the most polluting industries in the world and it will have a decisive role in addressing climate change. Secondly, houses built with natural materials are healthy. More and more, houses cause respiration disease for the people living inside them. That is why I prefer to use materials that don’t have a negative impact on the health of people.

SonnenKlee: Is it difficult to find customers who want to build their home with natural building materials?

Nicola: I discovered that it is not difficult to find clients interested in natural homes if you work a lot to inform them. People need to understand and to know what they are going to pay for. A house is a great investment in the life of a person or of a family. I don’t deal with clients that are friends or acquaintances. I prefer to work with clients that have read my web content or have seen the video of my Youtube channel. After they understand the qualities of a straw house, it is easy to gain their confidence.

SonnenKlee: As we have provided SonnenKlee organic construction straw for several of your projects, we know that you have built some straw houses with the wood construction company Carpenteria Ferrari. How important is it for a straw house project to find the right suppliers with experience and what are the most important skills from such partners?

It is fundamental, 100%!

Having a construction company and a supplier that are structured, competent and equipped, is a guarantee for the clients. Before being a cost, a straw house is an investment of around 300-500,000 euros. For this reason it is important to entrust the dream of a natural home not to improvised construction companies, but to companies that have an internal technical office, and carpentry teams trained specifically on wooden buildings. As I always say, a straw house is first digitally built with bits and then in reality it is built with atoms, to quote Nicholas Negroponte.

SonnenKlee: What are currently the biggest obstacles and difficulties encountered when building with straw and clay in Italy?

Nicola: The biggest obstacle is untrained clients who don’t trust designers, and want to do it by themselves, or who rely on friends, without first checking their skills. Straw houses is a very special sector. Specialized and competent technicians are needed, starting with the designers.

SonnenKlee: How has straw construction business developed in Italy since the European Straw Bale Gathering 2017 in Venice?

Nicola: In the last 4 years straw houses in Italy have developed a lot. I remember that at the beginning, straw houses were mostly associated with the idea of self construction. Later on, with the development of designers and construction builders, straw houses have become more and more industrialized and high quality certified. Nowadays, from my point of view, the standard of straw houses is industrial prefabrication, passive design and health control. I believe there is still a lot of experience to be gained, but certainly in Italy there are technicians and construction companies who can keep up and foster a great further development.

SonnenKlee: I have read that you built a straw house in an earthquake area. Are houses made of straw and wood really earthquake-proof?

Nicola: Absolutely, the structure of my houses are calculated to resist earthquakes, as required by Italian law. Together with Carpenteria Ferrari and the structural engineers, we developed a modular prefabricated wall and roof that is very simple to build, and at the same time has a very rich design concept. It can be described with the famous sentence “less is more”. We spent many hours with the executive project , in order to have a modular structure that is resistant, transportable, light and flexible, and naturally resistant to earthquakes. Great attention in this phase is focused on the quality of materials, on the sizing of wood resistant sections and on steel connections, in accordance with the engineer and the carpentry. The main details to be developed for earthquake resistance are the connection between the foundation and the walls, and the bracing of the walls.

SonnenKlee: Can natural building materials also be used for the renovation of old buildings?

Nicola: Of course, they can. For example, when you have to build an elevation of a building, and you need to have a light structure, you should use natural materials that have a lower weight than, for example, cement. The second fact is that old buildings are mostly made with natural materials (wood, clay, reed, …) so using natural materials is the most correct solution in order to respect the original construction method. In the city centre of Verona, we renovated an ancient historical building with a wall in wood and hemp. The structure had stone walls and wood flooring, so the new wall had to be really elastic and adaptable. Wood and hemp in that case were a perfect solution. We habitually use natural materials also to refurbish apartments or houses, and the result is really great,

SonnenKlee: Is there anything else, you want to share with our readers?

Nicola: The 3 things you need to plan right away to start your adventure of a straw house without it becoming a nightmare are:

  1. the budget you need to have available
  2. the professionals you need to contact
  3. the design process with the timing to have the house finished

My advice for a perfect straw house is always to spend more time at the beginning to gather the right information, and only after that to start the path to, actually building it!

Dear Nicola, thank you very much for the interesting and informative conversation!

Links:

Strohhausbesichtigung „Spezial“

Strohhausbesichtigung „Spezial“
Du bist interessiert mit Naturbaustoffen zu Bauen bzw. Restaurieren und möchtest ein Strohhaus besichtigen?
Dann laden wir dich herzlich zur Strohhausbesichtigung in Schildorn (Oberösterreich) ein. Die Besonderheit: Bei der Besichtigung sind zahlreiche unterschiedliche Ausführungsstadien zu sehen.
Wann: Freitag, 25.09.2020, 13:00 Uhr

Wo: Strohhaus-Baustelle und Gasthaus Gerhard Kirchsteiger, St. Kollmann 8, 4920 Schildorn

Fassadendaemmung Strohhaus 

Details: Das Credo von Gerhard Kirchsteiger lautet: „Selbst anpacken und regionale Naturprodukte verwenden.“ Das hat er auch bei der Schaffung von Fremdenzimmern umgesetzt. Bei der Besichtigung der „Baustelle des Strohhauses“ sehen wir eine Vielzahl von Naturbaustoffen und deren Anwendung:

  • Strohbau – drei verschiedene Techniken zur Verwendung von Strohballen als Bau- und Dämmstoff
  • Herstellung von selbstgemischtem Kalkputz – Einsumpfen und Mischen
  • Kalkputz direkt auf Stroh – Verarbeitung in vier Putzlagen, alle Arbeitsschritte sind zu sehen
  • Herstellung von selbstgemischtem Lehmputz aus eigenem Aushubmaterial
  • Lehmputz direkt auf Stroh – maschinelle Verarbeitung in drei bis vier Lagen, Putzstärke bis zu 6cm
  • Lehmfarbe selbst herstellen und aufbringen
  • Verwendung von eigenem Holz für Dach, Wand, Fensterbänke (Esche…)

Teilnehmerbeitrag: € 40,- pro Person für Besichtigung und Jause (Getränke nicht inkludiert)

Anmeldung unbedingt erforderlich!

Info und Anmeldung: Gerhard Kirchsteiger: g.kirchsteiger@gmx.at oder +43 677 61351469
Zur Webseite: www.felxn.net;  Zu den Facebookseiten: ZumFelxn; Wohnen-wo-andere-Urlaub-machen

Veranstalter: Bauherr Gerhard Kirchsteiger mit Unterstützung von SonnenKlee.

Fotos von der Baustelle: Zu den Referenzen von Sonnenklee

Bitte beachten Sie die aktuellen COVID-19 Maßnahmen, verwenden Sie bei dieser Veranstaltung einen Mund-Nasen-Schutz und halten Sie die erforderlichen Abstände ein.

Zimmermeister Ing. Johannes Erlinger im Gespräch

Zimmermeister Ing. Johannes Erlinger im Gespräch

Wir von SonnenKlee sind seit jeher darauf bedacht, die oft sehr individuellen Anbieter von (Stroh)bauleistungen, unsere Stammkunden also, für alle sichtbar ins gemeinsame Boot zu holen – und damit der ganzen Szene zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. So war es nur eine Frage der Zeit, bis wir auch an Johannes Erlinger mit der Bitte um ein ausführliches Interview herantraten. Eine Bitte, der der Zimmermeister gerne nachkam.

Sonnenklee: Johannes, bitte stell dich kurz vor und erzähle uns, was du machst.

Johannes Erlinger: Ich bin Zimmermeister seit 2006, 2015 habe ich meine Firma gegründet und seither ein gutes Dutzend große und sehr viele kleinere Projekte verwirklicht. Wir, also die Erlinger Holzbau GmbH, bauen ökologische Holzhäuser, in denen sich die Menschen wohlfühlen – dank des gesunden und angenehmen Raumklimas, das in ihnen herrscht. Vom Umbau eines bestehenden Objektes bis zum kompletten Neubau ist alles dabei. Wenn es vom Kunden gewollt ist, bieten wir auch den Lehmputz und die Spengler- und Dachdeckerarbeiten an.

Wie bist du zum Strohbau gekommen und was motiviert dich an dem Thema dranzubleiben?

Zum Thema Stroh bin ich vor ca. 20 Jahren gekommen, Herbert Gruber (Obmann des Österreichischen Strohballen-Netzwerks ASBN, Anm.) hatte damals das Buch „Bauen mit Stroh“ geschrieben. Daraufhin habe ich mir eine Strohballenpresse gekauft und zunächst hobbymäßig Baustrohballen gepresst, die wir aber bald in ganz Österreich geliefert haben. Als Zimmermann habe ich die so entstandenen Kontakte nutzen können und manchmal sogar das ganze Holzhaus dazugeliefert, damals noch als Angestellter. Als mein eigener Chef habe ich jetzt viel mehr Möglichkeiten mit den Kunden gemeinsam schöne Lösungen zu finden und zu verwirklichen.

Wie viele Strohhäuser hast du eigentlich schon gebaut?

Das Holzbauunternehmen halte ich bewusst klein, damit ich auch selber auf der Baustelle mitarbeiten kann. Das bedeutet, dass wir drei bis fünf komplette Häuser pro Jahr bauen; daneben setzen wir aber noch viele kleinere Projekte um. Auch so sind, meine Zeit als Angestellter mitgerechnet, an die 30 Strohhäuser entstanden.

Was sagst du Leuten die behaupten, ein Ziegelhaus sei langlebiger als ein Holzhaus?

Für mich haben beide Bauweisen ihre Berechtigung, auch wenn von einer strikt ökologischen Perspektive aus der Strohballenbau natürlich das absolut Beste ist. Worauf es aber weit mehr ankommt, ist die konsequente ökologische Umsetzung und die Wertigkeit der Ausführung. Die Qualität, mit der ein Haus gebaut wurde, zeigt sich spätestens, wenn man etwas umbauen will. Dann lohnt es sich, wenn der Erbauer auf eine gute Ausführung wert gelegt hat, dann hat auch die nächste Generation noch etwas davon. Und die übernächste. Denn in puncto Langlebigkeit sind die Unterschiede zwischen Holz- und Ziegelbauten nicht auszumachen; die Unterschiede zwischen wertig und schleißig gebaut sind hingegen enorm.

Ein sicher leidiges Thema, aber v.a. Menschen, die noch kaum Kontakt mit dem Strohballenbau hatten, fragen fast unvermeidlich danach: Wie gehen Strohballenbau und das sprichwörtliche Strohfeuer zusammen?

Es wurden einige Brandtests mit ganzen Bauteilen durchgeführt, also mit Lehm verputzte Strohwände mit oder ohne Holzständern. Beim Brandschutz wird immer der gesamte Bauteil bewertet. Das bedeutet, dass Brandtests mit dem konkreten Wandaufbau gemacht werden, der dann eingestuft werden kann. Die erforderlichen Brandwiderstandswerte für den Ein- und Zweifamilienhausbau wurden alle locker erreicht. Warum die dicht gepressten Strohballen nicht sofort in Flammen aufgehen? Versucht mal, ein dickes Telefonbuch mit einem Streichholz anzuzünden. Solange das Buch geschlossen ist, wird das nicht gelingen. Nur einzelne Seiten würden Feuer fangen. Und so ist das auch beim Stroh: nur einzelne Halme verpuffen in Sekundenschnelle. Im Strohballen kriegt das Feuer einfach keine Luft.
Sind Strohhäuser billiger als konventionell gedämmte Häuser und zahlt es sich überhaupt für ein Holzbauunternehmen aus, ein Strohhaus zu bauen?
Stroh ist ein günstiger Baustoff, es ist auch viel Eigenleistung der Baufamilie möglich, z. B. beim sogenannten Infill, dem Einfüllen der Strohballen in das Holzständer-Rahmenwerk. Dadurch kann sich diese das meiste Geld ersparen. Die anspruchsvollen Zimmererarbeiten, die nur wir Professionisten bewerkstelligen können, werden deshalb aber nicht oder fast nicht weniger. Das Großartige am Stroh ist, dass es der einzige Dämmstoff ist, der ohne Zusätze verbaut werden kann. Natur pur. Es macht enorm viel Spaß und fühlt sich richtig gut an, mit Stroh und Holz und Lehm zu bauen. Das ist etwas, das vom Geld unabhängig ist; dabei ist es nicht mit Gold aufzuwiegen.

Wird die Klimakrise auch ein Umdenken hin zu CO2-neutralen Baustoffen bewirken?

Da bin ich selber sehr gespannt. Tatsache ist, dass die großen Firmen, die Beton, Ziegel und Stahl herstellen, immer noch in der Lage sind, die Gesetze, die Politiker und die öffentliche Meinung durch Werbung massiv zu beeinflussen. Beim Styropor ist die Zustimmung gerade am Kippen, da die Entsorgung ein ungelöstes Problem darstellt. Gefühlt wird zurzeit so viel betoniert wie noch nie … ich hoffe, die Mutter Erde hat noch Geduld mit uns.

Kannst du uns noch etwas über deine Erfahrungen im lasttragenden Strohballenbau erzählen, bei dem die – oft extragroßen – Strohballen Dämmung und Wandaufbau in einem sind? Wie siehst du als Holzbauer die Chancen und Möglichkeiten in diesem Bereich?

Ein lasttragendes Strohballenhaus zu errichten ist etwas Besonderes. Vom Namen her würde man meinen, dass für den Zimmermann da eher wenig zu tun ist; tatsächlich kommt kaum weniger Holz zum Einsatz als beim hierzulande üblichen Holzständerbau. Nur die Technik ist eine völlig andere. Es ist so ein bisschen „die reine Lehre“ des Strohballenbaus. Wir durften im Jahr 2019 ein Einfamilienhaus gemeinsam mit Virko Kade (einer der profiliertesten Strohballenbauer Österreichs, Anm.) als Berater umsetzen. Das Wohnklima mit 90 cm dicken Strohballenwänden wird fantastisch. Da braucht es sicher keine Klimaanlage im Sommer … und nur sehr wenig Heizenergie im Winter. Wenn wir eine Baufamilie bei solch einem Projekt begleiten dürfen, dann jederzeit gerne!

Was möchtest du unseren Leserinnen und Lesern sonst noch mitgeben?

Jeder Baufamilie mit dem Wunsch ökologisch zu bauen, kann ich nur sagen: Bleibt eurem Wunsch treu! Viele werden sagen, das geht nicht und dies ist nicht gut, so hält das nicht usw. Zu viele ökologische Projekte sind auf diese Art verhindert worden. So vieles ist machbar, definitiv weit mehr als die Bauleute vom alten Schlag für möglich halten. Wer an solche Ökobau-Pessimisten gerät, dem rate ich: Sucht weiter bis ihr auf Menschen stößt, die in der Lage sind, euch dabei zu begleiten und zu unterstützen. Es wird gelingen und euch jeden Tag große Freude bringen. Da lohnt sich die Mühe!

Lieber Johannes, vielen Dank für das spannende Gespräch!

Links:

www.erlinger-holzbau.at

Interview mit Wiebke Kaesberg

Interview mit Wiebke Kaesberg

Wiebke Kaesberg ist verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Interreg-Projekts UP STRAW. Mit dem Projekt verfolgt die EU das Ziel, Bauen mit Stroh zu fördern. Für Wiebke ist klimaschonendes Bauen mit Stroh eine Herzensangelegenheit und als PR Managerin setzt sie sich für dessen Bekanntmachung ein. Für Wiebke ist klimaschonendes Bauen mit Stroh eine Herzensangelegenheit und als PR Managerin setzt sie sich für dessen Bekanntmachung ein. Wir freuen uns, dass sie uns heute ein Interview gibt.

SonnenKlee: Kannst du dich unseren Leserinnen und Lesern bitte kurz vorstellen?

Wiebke Kaesberg: Meine ersten Erfahrungen mit Stroh habe ich auf dem elterlichen Hof gemacht: Mit dem Pressen und Verladen von Stroh und „meinem“ Strohboden als Riesen-Hüpfburg bin ich groß geworden. Nach dem Studium der „Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien“ in Passau arbeitete ich im Bereich Marketing und Kommunikation in einem Großkonzern. Nach der Familiengründung kann ich nun im Projekt UP STRAW die Stränge meiner Biografie wieder zusammenführen.

SonnenKlee: Bitte erzähle uns etwas über das Strohhaus-Projekt vom Kloster Plankstetten und welche Rolle spielt UP STRAW dabei?

Wiebke Kaesberg: Im Projekt UP STRAW haben sich fünf Länder zusammengetan, um ihr Knowhow im Bereich Strohbau zu teilen und auszubauen und gemeinsam einen Markt für diese Bauweise zu entwickeln. Die Länder sind Frankreich, Belgien, Niederlande, Großbritannien und Deutschland. In jedem diese Länder wird ein öffentliches Bauprojekt durchgeführt, bei dem bautechnisch etwas Neues angewandt wird und das zeigt, was bereits im Strohbau möglich ist.

Die Benediktinerabtei Plankstetten in Bayern errichtet ein dreigeschossiges Mehrzweckgebäude, das einen Kindergarten, die Gemeindepfarrei sowie 30 neue Gästezimmer für den Seminarbetrieb des Klosters beherbergen wird. Der 60 m lange Bau wird mit Bio-Stroh und Holz aus der klostereigenen Land- und Forstwirtschaft gebaut und das bisher größte strohgedämmte Gebäude in Süddeutschland sein.

SonnenKlee: Gibt es vielleicht Events oder Projekte zum Thema Bauen mit Stroh, die schon geplant sind, oder die du in Zukunft realisieren möchtest?

Wiebke Kaesberg: Ja, wir begleiten den Bauprozess in Plankstetten mit der Veranstaltungsreihe „Strohbau erleben“, bei denen Bauinteressierte Strohballenbau kennen lernen und zum Teil sogar praktisch mit anpacken können. Nachdem am 21.3. die Großballen des Klosters öffentlich in maßgetreue Baustrohballen umgepresst werden, können die Besucher des Klostermarktes am 13./14.6. selbst Strohballen in Holzgefache einbauen. Am 11.7. erfolgt die Grundsteinlegung und Segensspendung durch den Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović. Ein Baustellenfest ist im September geplant und natürlich wird es im Herbst auch einen Hebauf (Richtfest) geben. Mit diesen Veranstaltungen wollen wir die Bekanntheit der Bauweise und ihrer Vorteile steigern. Die wenigsten wissen ja, dass man mit Stroh bauen kann – und zwar nicht nur private, sondern auch große öffentliche Bauwerke.

Neben unseren Events verlegen auch andere Organisationen, die sich mit den Themen Umweltschutz, Bauen und Nachhaltigkeit befassen, ihre Fachveranstaltungen in diesem Jahr nach Plankstetten. Auf der Seite www.bau-mit-stroh.de werden wir die Termine und Anmeldefristen dieser Events rechtzeitig bekanntgegeben.

SonnenKlee: Was gefällt dir persönlich am Bauen mit Stroh am besten?

Wiebke Kaesberg: Vieles, was wir Menschen tun, geht auf Kosten der Erde. Die Entscheidung, ein Haus zu bauen, ist im Leben der meisten Menschen diejenige mit den größten Auswirkungen auf die Umwelt. Wie viel Energie in die industrielle Herstellung von Baustoffen, in das Bauen und Betreiben eines Hauses und am Ende in seine Entsorgung geht, das machen sich wenige klar. Was von einem herkömmlichen Traumhaus übrigbleibt, ist in großen Teilen Sondermüll, der nie vergeht.

Bei Strohballenbau ist das anders. Das menschliche Bedürfnis, nach einem schönen, gemütlichen und auch noch gesunden Zuhause ist mit einem Strohballenhaus erfüllbar – in weitgehendem Einklang mit der Natur. Das gefällt mir am besten, denn die Erhaltung unseres Planeten ist mein Herzensanliegen.

SonnenKlee: Wie kommt das Thema Bauen mit Stroh bei den Menschen an?

Wiebke Kaesberg: Viele sind interessiert und sehr positiv überrascht, wenn sie verstehen, das und wie Bauen mit Stroh geht und welche Vorteile das hat. Die gängigen Befürchtungen bzgl. „Feuer, Feuchte und Viecher“ können schnell genommen werden und dann bleibt vielen nur noch zu sagen: „Leider habe ich schon gebaut. Ich empfehle es meinen Kindern.“

Natürlich gibt es Skeptiker und Menschen, die lieber „Stein auf Stein“ bauen oder die der Umweltaspekt des Bauens  nicht interessiert. Verschiedene Klischees wie „Das ist nur was für Ökofreaks“ oder „So bauen sie in armen Ländern“ können noch überwunden werden. Aber viele Menschen sind aufgeschlossen, erinnern sich an die Bautradition hierzulande und wollen Informationen über den neuesten Stand der Strohbauentwicklung. Ein Bauherr, von Beruf Rechtsanwalt, sagte einmal, er habe lange nach einem „Haken“ bei dieser Bauweise gesucht und ihn nicht gefunden. Das habe ihn überzeugt. Sein Strohhaus steht inzwischen.

SonnenKlee: Was müsste deiner Meinung nach passieren, dass in unserer Gesellschaft bezüglich nachhaltiger Bauweisen ein Umdenken passiert?

Wiebke Kaesberg: Ich würde hier ganz schlicht am Geldbeutel ansetzen. Gesetzliche Veränderungen wie die Einführung einer CO2-Steuer wären ein wirksamer Hebel, um die Kaufentscheidungen der Bauherrschaften zu beeinflussen. Wenn die Auswirkungen eines Bauproduktes auf die Umwelt sich im Preis niederschlagen, haben nachwachsende Rohstoffe wie Stroh die besten Karten. Auch wären Subventionen vom Staat und die finanzielle Förderung nachhaltiger Bauweisen z.B. über günstige Kredite der staatlichen Banken wirkungsvoll. 40% der Treibhausgasemissionen des Landes sind auf den Gebäudesektor zurückzuführen[1]. Um die Klimaschutzziele 2050 zu erreichen, brauchen wir bedeutsame Veränderungen in diesem Bereich. Dazu gehören auch konsequente Bauvorschriften bezüglich der Ökobilanz von Gebäuden bei der Vergabe öffentlicher Bauprojekte.

Aber auch ein Mehr an Information darüber, wie nachhaltiges Bauen – auch im großen Stil – geht, kann das Umdenken fördern.

SonnenKlee: Wie könnte Wissen über Stroh als Baustoff in unserer Gesellschaft besser verbreitet werden, und wo müsste man aus der Sicht einer Kommunikationsexpertin ansetzen?

Wiebke Kaesberg: Hier sind Vorbildprojekte zum Anschauen wie das in Plankstetten oder das Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen in Verden/Aller natürlich hilfreich. In dem strohgedämmten Fünfgeschossiger in Verden gibt es eine Fachausstellung zum Thema und auch in Plankstetten soll es so etwas noch geben. Aber das reicht nicht für eine Markteinführung.

Aktuell suchen wir Sponsoren für eine breitangelegte Imagekampagne, um die bisher sehr geringe Bekanntheit unter den Verbrauchern zu steigern. Und auch auf der Angebotsseite ist viel zu tun: Das Thema nachhaltiges Bauen sollte Pflichtbestandteil aller Ausbildungen im Baubereich werden (Architekten, Bauingenieure, Handwerker, etc.). Die Architekten- und Handwerkskammern sollten Strohballenbau bzw. Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen in ihre Fortbildungsprogramme integrieren und als Qualifizierungsmaßnahme anerkennen. So können die Fachleute ihre Kunden entsprechend proaktiv beraten und Bauherrschaften stießen mit ihren Fragen nach Nachhaltigkeit bei ihrem Handwerker vor Ort auf offene Ohren.

SonnenKlee: Was möchtest du unseren Leserinnen sonst noch mitgeben?

Wiebke Kaesberg: Danke allen, die bis hierher gelesen haben. Es ist gut zu wissen, dass es viele gibt, die sich für eine Wende im Bauwesen und den Schutz des Planeten engagieren.

Liebe Wiebke, vielen Dank für das spannende Gespräch!

Links:

www.bau-mit-stroh.de

www.kloster-plankstetten.de/strohbau

www.nweurope.eu/upstraw

www.nweurope.eu/upstraw

[1] www.bauwende.de

NEU: Podcast „Strohbau erleben“

NEU: Podcast „Strohbau erleben“

Podcast Strohbau erleben im Kloster Plankstetten: Da die Informationsveranstaltung leider abgesagt werden musste, informieren wir Sie über den Podcast des Projektes UPSTRAW über viele Themen rund um den Strohbau. Im ersten Teil sehen Sie unter anderem die mobile Aufbereitungsanlage.

Folge 1

Strohbau erleben im Kloster Plankstetten: Nachhaltiges Bauen mit Tradition und modernster Technik.

Infos unter: www.bau-mit-stroh.de

Alle aktuellen Podcasts finden Sie unter: www.bau-mit-stroh.de/podcast


Weitere Videos


Live-Demo mobile Aufbereitungsanlage – ABGESAGT!

Unter dem Motto „Strohbau erleben“ lädt die Benediktinerabtei Plankstetten am Samstag, den 21. März ab 10.00 h Interessierte ein, sich über klimaschonendes Bauen zu informieren und bei der Umpressung der klostereigenen Großballen in Baustrohballen live dabei zu sein. Das Stroh dient zur Errichtung von Haus St. Wunibald, einem Mehrzweckgebäude, das in Deutschland und Europa ein Vorbild für Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen sein wird. Besucher der Veranstaltung erwartet im Kloster ein Einführungsvortrag über „Bauen mit Stroh“ und anschließend das Umpressen, sowie fachliche Beratung mit Imbiss im Klostergut in Staudenhof.

Eingeladen sind alle bauinteressierten Privatleute sowie Handwerker und Planer aber auch Entscheidungsträger für öffentliche Bauten. Auch Landwirte, die mehr über die Verwendung und Vermarktung von Stroh als Baustoff erfahren möchten, sind herzlich willkommen. Die Veranstaltung beginnt am 21. März um 10.00 h im Kloster mit dem Einführungsvortrag des Strohbau-Experten Benedikt Kaesberg über „Strohballenbau in Deutschland und Europa“. Herr Kaesberg leitet das EU-Projekt UP STRAW, das das Bauen mit Stroh in Europa fördern soll. Die Benediktinerabtei Plankstetten ist Partnerin des Projekts. Die Strohbauweise passt zum Auftrag der Abtei, die Schöpfung zu bewahren, denn „sie trägt wie keine andere Bauart zur Reduzierung der klimaschädigenden CO2-Emissionen bei“, so Kaesberg.

Die Mönche von Plankstetten wollen mit dem geplanten Holzstrohhaus, das im Passivhausstandard errichtet wird, einmal mehr Vorbild und Vorreiter für eine nachhaltige und energieeffiziente Bauweise sein. Durch die Verwendung des Biostrohs von der eigenen Landwirtschaft und des Bauholzes von der klostereigenen Forstwirtschaft finden regionale Baustoffe aus der unmittelbaren Umgebung des Klosters Verwendung.

Frater Richard Schmidt OSB (Klosterökonom): „Seit jeher sorgt Mutter Erde für unsere Bedürfnisse als Menschen – für Essen, Wärme, Energie und Obdach. So wird der schöpferische Kreislauf durch den klimaschonenden Strohhausbau wieder geschlossen. Ökologische Lebensmittel – nachhaltige Energieerzeugung – behagliches Wohnen im Strohhaus.“

„Hier entsteht ein besonderes Bauwerk, welches aus regionalen Baustoffen für die Region errichtet wird. Dass der Kindergarten in diesem Neubau integriert ist, trägt dazu bei, dass schon die Kleinen mit dem wichtigen Thema der regionalen Wertschöpfung und einer nachhaltigen Lebensweise aufwachsen“, berichtet Bürgermeister Ludwig Eisenreich von der Stadt Berching.

Nach dem Vortrag und einer Baustellenbesichtigung am Kloster werden die Besucher im Klostergut in Staudenhof erwartet. Hier stellt eine neu entwickelte mobile Aufbereitungsanlage aus den klostereigenen Großballen maßgetreue und als Bauprodukt ausgewiesene Baustrohballen her. Die Maschine ist ein Prototyp der österreichischen Firma Sonnenklee. Die Besucher können sich über die erforderlichen Eigenschaften von Baustrohballen informieren und an einem Infostand von Strohbau-Experten beraten lassen. Getränke und klostereigenes Grillgut stehen zur Stärkung bereit. Der Eintritt kostet 5 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Infotag bildet den Auftakt der Veranstaltungsreihe „Strohbau erleben“, mit der das Kloster den Bauprozess von Haus St. Wunibald begleiten wird. In dem Neubau entstehen neben dem kirchlichen Kindergarten und der Pfarrverwaltung 30 neue Einzelzimmer für den Gäste- und Tagungsbereich des Klosters. Die nächste Veranstaltung zum „Strohbau erleben“ findet am 13./14. Juni im Rahmen des 2. Plankstettener Klostermarktes statt. Hier haben Bauinteressierte Gelegenheit, sich selbst im Strohballeneinbau auszuprobieren.

Umfrage zur nächsten Strohhaus-Besichtigungstour

Umfrage zur nächsten Strohhaus-Besichtigungstour

Im späten Frühling möchten wir die nächste Strohhaus-Besichtigungstour organisieren. Zukünftige Baufrauen und -herren haben bei unseren Besichtigungstouren die Gelegenheit, bereits bewohnte oder in Bau befindliche Objekte zu besichtigen und mit den BewohnerInnen über deren Erfahrungen zu sprechen.

Weil es mittlerweile fast in ganz Österreich Strohhäuser gibt und wir noch keine bestimmte Region für unsere nächste Tour definiert haben, starten wir nun eine kleine Umfrage dazu:

Wo würden Sie sich eine Strohhaus-Tour wünschen?

Hier geht’s zum Bericht einer unserer Strohhaus-Besichtigungstouren im Raum Oberösterreich.

Lehrgang Strohballenbau mit Bau eines Musterhauses

Lehrgang Strohballenbau mit Bau eines Musterhauses

Es gibt ihn nochmals,  Virko Kades beliebten Lehrgang für Strohballenbau!

Der Lehrgang findet wieder in den Räumlichkeiten von SonnenKlee in Abetzdorf statt. Aufgrund der aktuellen Situation haben wir den Lehrgang auf August 2020 verschoben!

An den zwei Wochenenden werden zuerst theoretische Grundlagen des Strohbaus vermittelt. Anschließend im praktischen Teil, wird gemeinsam ein lasttragendes Muster-Gebäude (30-40m²) errichtet.

  • Termin: Fr. 07.08.  bis So. 09.08.2020 und Fr. 14.08. bis So. 16.08.2020

Ort: SonnenKlee, Abetzdorf 2, 3331 Kematen/Y.

Anmeldung: E-Mail an Virko Kade

Weitere Details: www.strohballenbau.info