Tag der offenen Tür bei SonnenKlee

Tag der offenen Tür bei SonnenKlee

Sie interessieren sich für zertifiziertes Biostroh als Dämmstoff oder möchten zusehen, wie Wände aus Stroh entstehen und mit Lehm und Kalk verputzt werden?
Dann besuchen Sie uns, besichtigen unseren Betrieb und wir können dem erfahrenen Stroh- und Lehmbauexperten Virko Kade und seinen Lehrgangsteilnehmern über die Schulter blicken. Unser Team steht Ihnen ganztägig für Fragen zur Verfügung!

Wann?  Am Samstag, 23.04.2022, 09:00 – 18:00 Uhr


Wo?  Bei SonnenKlee in Abetzdorf 2, A-3331 Kematen/Ybbs

Wer möchte auf einer Strohbaustelle mitarbeiten?

Wer möchte auf einer Strohbaustelle mitarbeiten?

Die Organisator*innen des Projekts Querbeet in Lüneburg suchen tatkräftige Unterstützung für den Stroheinbau sowie die beiden ersten Putzlagen und weitere Nebenarbeiten (Rasieren, Klemmleisten, luftdichte Anschlüsse, Putztäger) für das 4-geschossige Strohbauprojekt querbeet in diesem Sommer.

Bei Interesse bitte bei Annika Salingré  melden: stroh@querbeet-lueneburg.org

Handwerker*innen und Helfer*innen für Strohballenbau für den Zeitraum Juli – August gesucht.
Ausführung nach aktueller Planung: 27.6.-2.9.2022 Ort: Lüneburg Bauvorhaben: Nachbarschaftliches Wohnprojekt querbeet https://www.querbeet-lueneburg.com/
Das Wohnprojekt für alle Generationen soll in zwei viergeschossigen Gebäuden, mit insgesamt 40 Wohnungen unterschiedlicher Größe und einem Gemeinschaftsraum, umgesetzt werden. Es wird in einer konsequent ökologischen Holzbauweise unter größtmöglicher Verwendung nachwachsender Rohstoffe und Vermeidung von Baustoffen aus industrieller Produktion errichtet. Die Außenwände werden als nichttragende, strohgedämmte Holzrahmenelemente ausgeführt und innenseitig mit Lehmputz und außenseitig mit Kalkputz verputzt, bzw. mit einer Holzschalung versehen. Die Strohballen werden in stehendes Holzrahmen-Tragwerk verbaut.

Für die Strohballendämmung werden Handwerker*innen und Helfer*innen gesucht, die dabei unterstützen würden und hier kommst Du ins Spiel!

Anleiter*innen sollten aus dem Handwerk kommen und Strohbauerfahrung mitbringen (Sie müssen sich nicht unbedingt ab Tag 1 in der Lage sehen, andere anzuleiten).
Helfer*innen (Handwerker*innen oder ungelernt) sollten unbedingt körperlich fit sein (wir arbeiten 5 Tage pro Woche ca. 8-9 Stunden), kein Problem mit staubigen Materialien haben, Lust auf Teamarbeit haben und mit klaren Ansagen arbeiten können.
Du hast im besten Fall Erfahrung auf Baustellen, mindestens aber keine zwei linken Hände, kannst mitdenken, durch Zuschauen und Machen lernen, auf Sicherheit achten und verantwortungsvoll mit Material und Werkzeug umgehen. Falls Du auf der Suche nach einem Pflichtpraktikum auf dem Bau bist oder Handwerker*in und nur mal in den Strohbau reinschnuppern möchtest, melde Dich gerne bei uns und wir schauen, was möglich ist.
Die Koordination der Arbeiten erfolgt durch einen Strohbau-erfahrenen Polier.

Wir wünschen uns, dass wir immer wochenweise ab Montag mit festen Crews arbeiten können. Ab einer Woche bist Du herzlich willkommen. Natürlich auch sehr gerne für länger.

Die Menschen von der Baugruppe freuen sich schon, Dich privat und kostenlos unterzubringen und so den Strohballenbau zu unterstützen. Wir kümmern uns um die Organisation. Natürlich kannst Du Dir auch selber etwas organisieren oder Du wohnst vielleicht sowieso in Reichweite der Baustelle. Um die Verpflegung kümmerst Du Dich grundsätzlich selber. Die Baugruppe wird aber punktuell für leibliches Wohl auf der Baustelle sorgen.

Die Abrechnung erfolgt entweder (sofern Du einen Gewerbeschein haben) ganz normal auf Rechnung oder Sie werden für die Dauer der Baustelle bei der Combeco GmbH kurzfristig beschäftigt.

Selbständigen Anleiter*innen können wir pro Stunde 30,00 € netto (VB) zahlen. Helfer*innen je nach Qualifikation zwischen Mindestlohn (13,00 €) und 20,00 €/Stunde netto. Reisekosten können nach Absprache übernommen werden.

Wenn Sie dabei sein wollen, füllen Sie das Formular unter https://forms.office.com/r/KXntTLibE1. Bei Rückfragen melde Dich gerne unter stroh@querbeet-lueneburg.org.

Gerne kannst Du auch andere Menschen darüber informieren, dass wir noch Leute suchen und diese Ausschreibung weiterleiten.

 

Interview mit Mag. Renate Brandner-Weiß

Interview mit Mag. Renate Brandner-Weiß

Rentate Brandner-Weiß ist Mobilitäts- und Energieberaterin sowie Sprecherin des Waldviertler Energiestammtisches.

SonnenKlee: Liebe Renate bitte stell dich unseren Leser*innen kurz vor?

Renate Brandner-Weiss: Ich bin 1972 im Bezirk Zwettl im Waldviertel geboren und habe nach der HAK-Matura an der Wirtschaftsuniversität Wien Betriebswirtschaftslehre studiert inklusive möglichst viel Verknüpfung mit VWL, Ökologie und Soziales. Ab dem 5. Semester habe ich mich bei der Hochschülerschaft für Studierendenberatung bzw. im Umweltreferat der Österreichischen Hochschülerschaft der WU engagiert, weil mir das Thema Umwelt schon immer sehr wichtig war.

Mein erster Job nach Studienende war beim Biomasseverband bzw. Ökosoziales Forum Wien, danach ging es für vier Jahre an die Universität Trier als Mittelbaumitarbeiterin an einem Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre/Nachhaltige Regionalentwicklung. Nach meiner Rückkehr nach Österreich war ich einige Jahre Beraterin in Wien und NÖ bei Projekten im Bereich aktive Arbeitsmarktpolitik (z.B. Frauen in Technik und Handwerk). 2008 habe ich dann beruflich ins Waldviertel gewechselt und war bis 2017 bei der Energieagentur der Regionen in Waidhofen an der Thaya, mit Schwerpunkt Bürgerbeteiligung, erneuerbare Energie, E-Carsharing, etc.
2017 habe ich meinen Schwerpunkt in Richtung Mobilität gelegt und arbeite seither als freie Beraterin für verschiedene Betriebe in NÖ. Ich arbeite auch in meinem Netzwerk von Kolleg*innen und Organisationen, die sich ebenfalls mit der E-Mobilität beschäftigen. Außerdem arbeite ich als Geschäftsführerin für die TRE Thayaland GmbH, die sich mit den Themen E-Carsharing und PV-Anlagen mit Bürgerbeteiligung beschäftigt.

Für die Zukunft möchte ich meine Tätigkeit gern in Richtung zukunftsfähiges Wirtschaften und möglichst viel regionale Kreisläufe und Wertschöpfung weiterentwickeln.

Privat bin ich verheiratet, fahre gern Rad, sammle Bücher und Sprüche. Ich freue mich über eine möglichst große Vielfalt an Vögeln, Blumen, Kräuter und über Gemüse aus dem eigenen Garten.

Seit rund 10 Jahren unterstütze ich als Sprecherin das Kernteam des Waldviertler Energie-Stammtischs, einer ehrenamtlichen Plattform für regionale Projekte, Energie- und Mobilitätsthemen, Anti-Atom-Themen (in Österreich und grenzüberschreitend) und Vernetzung.

SonnenKlee: Kannst du uns bitte etwas über den Waldviertler Energiestammtisch erzählen?

Renate Brandner-Weiss: Der Stammtisch ist 2000/2001 aus den „Grenzblockaden“ gegen die Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Temelin entstanden. Im Sinne eines Beitrags zur Lösung, für erneuerbare Energie und des ebenso notwendigen Energiesparen. Das Kernteam besteht aus rund 10 Personen und mit dem Jahr 2021 sind wir nun in Summe 20 Jahre aktiv. Nach Martin Litschauer und Gottfried Brandner vor einem Jahrzehnt die Rolle der Sprecherin übernommen und hoffe, dass wir als Stammtisch auch in Zukunft immer wieder Akzente setzen und Menschen bei ihren Energie- und auch anderen sinnvollen Projekten bestärken können.

Beim Thema Dämmen ist zum Beispiel das Aufzeigen von Alternativen zu EPS (Expandiertes Polystyrol) sehr wichtig. Es gibt viel mehr erneuerbare Alternativen als die meisten Menschen denken, und deswegen ist auch Baustroh schon Thema bei den Waldviertler Energiestammtischen gewesen.

SonnenKlee: Was waren die erfolgreichsten Bürgerbeteiligungsprojekte in deinem Umfeld und warum denkst du, sind solche Projekte wichtig in der heutigen Zeit?

Renate Brandner-Weiss: Einige Bürgerbeteiligungsprojekte wie zum Beispiel das der sehr bekannten Sonnenscheine Schuhwerkstatt sind aus unserem Stammtischteam heraus entstanden. Ich selbst bin zu dem Thema eigentlich erst nach meiner Zeit in Deutschland dazugestoßen. Eine Bewertung der Projekte möchte ich hier nicht vornehmen, aber zwei Slogans aus sehr erfolgreichen Projekten zitiere ich sehr gern:

Lange wurde das Thema Bürgerbeteiligung und sein Potenzial unterschätzt, dabei kann es genau die Dynamik erzeugen, die wir für schnelle Umsetzung brauchen.

Insofern gibt es noch viel zu tun im Sinne regionaler Investitionskreisläufe statt Geldabfluss in Richtung Fossilimporte!

SonnenKlee: Was tut sich im Waldviertel bezüglich E-Mobilität und alternativen zukunftstauglichen Fortbewegungsmöglichkeiten?

Renate Brandner-Weiss: Bezüglich Mobilität ist mir sehr wichtig zu erwähnen, dass es seit Oktober 2021 mit dem Klima- und dem Metropolticket für Österreich und auch für die Ostregion endlich ein Flächenticket für den öffentlichen Verkehr gibt. Wenn wir Mobilität vernetzt denken, die öffentlichen Verkehrsmittel ausbauen und zum Beispiel auch E-Carsharing forcieren, dann wird der Mobilitätsmix ökologischer und sozialer. E-Mobilität ist an und für sich schon ein Rieseneffizienzsprung im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Auch das gemeinsame Nutzen von Autos schont Ressourcen und die Geldbörse, vor allem wenn das Nutzungsprofil passt. Ich finde, Sharing-Modelle sollten bewusst gestärkt und gefördert werden, um hier schnell in Richtung breite Umsetzung zu kommen.

SonnenKlee: Kannst du uns als Mitbegründerin ein paar Worte über den Verein Carsharing Österreich erzählen?

Renate Brandner-Weiss: Der Verein Carsharing Österreich wurde im Sommer 2020 gegründet und arbeitet intensiv an der Thematisierung, Weiterentwicklung und Vernetzung zum Thema E-Carsharing in Österreich. Auch an einem Roaming zwischen möglichst allen Anbietern wird gearbeitet. Aktuell sind über 100 Autos in vier Bundesländern via Roaming verfügbar. Wer sich für mehr Details zu dem Verein interessiert, kann unter folgendem Link nachlesen: www.carsharing-oesterreich.at

SonnenKlee: Was können wir als kleines Österreich dagegen tun, dass in vielen anderen Ländern die Atomkraft zur Rettung unseres Klimas wieder als legitim betrachtet wird?

Renate Brandner-Weiss: Wir können sehr viel tun und ich will hier drei wichtige Punkte nennen:

  • Wir sollten zumindest bilanziell den Strom, den wir brauchen, auch selbst erzeugen. Das heißt, der Ökostromausbau muss vorangetrieben werden. Konsumenten (auch Betriebe) sollten auf die Qualität schauen und keinen mit norwegischen oder anderen Zertifikaten „gewaschen“ Billigstrom kaufen.
  • Inhaltlich ist es wichtig, die Transparenz rund um das Thema Kernkraft immer wieder einzufordern. Damit wird verhindert, dass Gewinnabsicht und militärischer Zusatznutzen dazu führen, dass unser Lebensraum jetzt und für die Zukunft (nachhaltig, wie wir es nicht wollen) geschädigt wird.
  • Die aktuelle Lobbyoffensive der Kernkraftindustrie muss sachlich fundiert als sehr gut gemachtes Marketing mit sehr gefährlichem und teurem Inhalt entlarvt werden. Dazu brauchen wir allerdings noch viel Geduld und Ausdauer.

SonnenKlee: Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten drei Punkte, die eine ländliche Gemeinde beherzigen sollte, damit sie heute schon im Sinne ihrer zukünftigen Generationen handelt?

Renate Brandner-Weiss: Ich denke, das ist je nach Gemeinde sehr unterschiedlich. Meiner Meinung nach sollten Gemeinden Dinge ermöglichen, Bürger aktiv einbinden und selbst in Richtung Eigenversorgung bei Energie gehen. Zum Beispiel könnten möglichst alle Dächer zur Stromproduktion genutzt werden oder man geht noch weiter, wie zum Beispiel die Gemeinde Munderfing mit ihrem Windpark.

Aber dazu braucht es auch den Abbau vieler Hürden und auch die Mitarbeit der Bundesländer. Dazu passt übrigens auch die Präsentation der österreichischen Energieagentur vor einigen Tagen, die sehr viel auf den Punkt bringt und die ich allen zum Studium ans Herz lege: Link

SonnenKlee: Hast du sonst noch etwas, das du unseren Leserinnen mitgeben möchtest?

Renate Brandner-Weiss: Ich möchte jede und jeden bitten, egal worum es geht und wie unterschiedlich die Standpunkte sind: Bleiben wir immer konstruktiv und im Dialog. Denn alles andere verursacht Leid und verhindert Entwicklung. In dem Sinne alles Gute für Sie/Euch persönlich und auch beruflich.

Liebe Renate, vielen Dank für das gute Gespräch!

Links:

Interview mit Margareta Schwarz

Interview mit Margareta Schwarz

Dr. Arch. Margareta Schwarz ist freischaffende Architektin in Südtirol und engagiert sich seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft für den Einsatz von ökologischen Baustoffen. Stroh ist einer ihrer bevorzugten Baustoffe und sie hat damit bereits viele Projekte, auch preisgekrönte, erfolgreich umgesetzt. Eines ihrer Spezialgebiete ist die Sanierung von historischen Gebäuden. Auch bei ihren jüngeren Südtiroler Projekten zeigt sie, wie sie mit viel Kreativität und Erfahrung, natürliche Materialien so einsetzt, dass aus alten Objekten neuer wertvoller Lebensraum entsteht. Wir freuen uns sehr, dass sie heute für ein Interview bereitsteht.

SonnenKlee: Bitte stellen Sie sich unseren LeserInnen kurz vor und erzählen Sie uns was Sie aktuell gerade beschäftigt?

Margareta Schwarz: Seit mehr als 30 Jahren bin ich nun als freiberufliche Architektin in Südtirol tätig und seit 2002 realisiere ich fast ausschließlich Strohbauprojekte, auch mit internationaler Planungserfahrung in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Ich kenne die europäische Strohbauszene von den Anfängen her, 2002 war alles noch in den Kinderschuhen. Ich werde als Strohbauexpertin für Vorträge und Seminare, auch für Workshops angefragt und bin dann unterwegs in den Nachbarländern, vor allem in den italienischen Regionen. Außerdem sitze ich in einigen Fachkommissionen für Raumordnung und Landschaftsschutz hier in Südtirol. Neue Bautechnologien mit natürlichen Baumaterialien haben mich schon immer interessiert. Stroh–Holz-Lehm-Kalk und Glas, das sind meine Materialien.

Zurzeit plane ich „Online“! Für Bauvorhaben, die etwas entfernt sind, funktioniert das sehr gut. Das läuft dann so ab, dass ich eine Besprechung und einen Lokalaugenschein vor Ort mit den Auftraggebern mache und dann entwickle ich verschiedene Entwürfe, um die Entscheidungsfindung zu erleichtern, die wir dann über Internet besprechen. Architektur in Strohbauweise, realistisch in die örtliche Baureglementierung eingepasst, ist dann für mich die Herausforderung. Von einem Techniker vor Ort, mit dem ich in engem Kontakt stehe, wird meine Planung übernommen und in die Genehmigungsphase gebracht.

SonnenKlee: Wie sind Sie zum Bauen mit Stroh gekommen?

Margareta Schwarz: Seit Beginn meiner Tätigkeit als freischaffende Architektin oder eigentlich schon seit meinem Studium in den 1980er Jahren bin ich auf der Suche nach den idealen (Natur)Baustoffen. Auch die alternativen Energieformen, im Besonderen die Nutzung der Sonnenenergie haben mich immer schon sehr interessiert.

Zur damaligen Zeit gab es auf der Akademie für Angewandte Kunst in Wien so gut wie keine Inputs zu diesem Thema, weder von den Professoren, noch von den Assistenten oder von der Hochschulbibliothek, dasselbe galt auch für die anderen Technischen Uni´s. Die Inputs musste man außerhalb der Hochschulen suchen. So fand ich mich nicht selten in schummrigen Sälen, wo ein baubiologischer Verein einen Vortrag organisiert hatte, meist auch sehr esoterisch angehaucht. Und die Literatur war rar, das waren zu Büchern gebundene Erfahrungsberichte von Leuten, die selbst gebaut haben. Wissenschaftliche Abhandlungen gab es schon gar nicht, nicht einmal in der Solartechnik. Für die etablierten Hochschulen hatte das Bauen mit Naturmaterialien (das gilt z.T. auch heute noch) zu wenig Glamour und technische Innovation, und wurde etwas abfällig bewertet.

 

Beim ersten Strohhaus 2002, dem Haus Dalsant, wollte die Bauherrschaft, die selber Biobauern waren, mit Holz und mit natürlichen Baumaterialien (Holzfaserplatten, Lehm/Kalkputz, usw.) bauen. In dieser Phase der Entscheidung für die Bauweise traf ich Arch. Werner Schmidt aus der Schweiz, der in Bozen einen temporären Strohturm aufstellte. Das gepresste Stroh hat mich sofort begeistert und wir konnten die Bauherrschaft von dem Baustoff überzeugen. Wir haben das Projekt dann auch gemeinsam durchgezogen. Auch bei den Sanierungen von alten denkmalgeschützten Häusern habe ich die Erfahrung gemacht, dass dort wo Stroh (mit Kalk) eingebaut war, der Bauteil auch Jahrhunderte überdauert hat, – sofern kein Wasser oder Unreinheiten dazukamen. Meist war es in den Fahlböden oder auch in den Wänden drinnen.

Seither fasziniert mich dieser Baustoff und es beschäftigt mich sehr, wie wir damit zu einer „einfachen und modernen Bauweise“ kommen können.

Einfach, qualitätsvoll, flink und kostengünstig sollte es sein. Die Vorfertigung, so scheint mir macht, es möglich: Dabei werden die Strohballen in einer moderat dimensionierten Holzrahmenkonstruktion (kein Leimholz) stramm eingebaut und beidseitig verputzt – fertig ist die Wand.

Überlässt man den Wandaufbau den Zimmermännern, dann kommen viele Holzschichten dazu, überlässt man es den Maurern, dann wird alles in Ziegel ausgeführt und die Strohballen werden wie Dämmplatten an der Wand befestigt. „Einfacher Strohbau“ erfordert eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Gewerken und das ist bis heute eines meiner größten Probleme, die richtigen Leute zu finden.

SonnenKlee: Was motiviert Sie als Architektin beim Thema ökologisches Bauen dranzubleiben?

Margareta Schwarz: Spontan würde ich sagen, dass schwierige Lösungen mich immer schon fasziniert haben (deshalb auch die komplexen Dächer), aber eigentlich möchte ich meine guten Erfahrungen in einem Strohhaus zu leben anderen Menschen weitergeben.

Als Erstes geht es mir um die Schaffung von Räumen mit Wohlfühlambiente, auch wenn es mittlerweile sehr abgedroschen klingt. Zukünftige Nutzer*innen sollen in einem gesunden Umfeld arbeiten, wohnen und schlafen können. Es darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass die Baumaterialien wie Holz, Kalk und vor allem Lehm wesentlich für dieses Wohlfühlklima beitragen, denn mit Stroh allein baut man nicht!

Ich bemerke an mir selbst, dass ich von meinen Strohräumen verwöhnt bin, weil ich auf fremde, neu gebaute Räume gestresst reagiere, vor allem wenn die Oberflächen zu dicht mit Spachtelmasse, Kunststoffanteilen und dgl. ausgeführt sind. „Sich unwohl fühlen“ aufgrund des Ambientes wurde mir zu Beginn meines Architekturstudiums bewusst, weil die Seminarräume an der Uni in Stahlbeton und die Wände mit Kunststoffpaneelen überzogen waren.

Auch die Akustik in solchen Räumen kann mich stressen, die Wände sind so „laut“, weil zu hart und zu glatt.

Als Zweites lässt mich der Baustrohballen (er ist mein Modul beim Planen) als Architektin sehr kreativ sein und gibt mir Gestaltungsfreiheit. Ich sehe mich dann viel mehr als Konstrukteurin und weniger als Planzeichnerin, weil ich regelrecht auch die Konstruktionen plane, immer in Absprache mit dem Baustatiker.

Die Stroh-Bauweise ist zum Glück noch nicht gänzlich reglementiert, sodass auch neues probiert werden kann und die Möglichkeiten sehe ich unendlich. Der Baustoff ist meiner Meinung nach sehr unterbewertet und es ist ein Fehler den Baustrohballen nur als Dämmplatte zu sehen. Er kann lasttragend eingesetzt werden, – er kann einfach nur beidseitig verputzt werden, ohne zusätzliche Verkleidungen, er eignet sich sowohl für runde als auch für eckige Architekturformen. Leichte Rundungen macht der Baustrohballen ohne Bearbeitung mit, welche steife Dämmplatte schafft das?

Die meistverwendete Dämmstärke in der Wand sind die ca. 36 cm eines herkömmlichen Strohballens. Deshalb können auch die tragenden Holzkonstruktionen diese Tiefe von 36 cm für die Baustatik verwenden und es kann auf teure Leimbinder und sonstige aufwendige Verbindungen verzichtet werden.

SonnenKlee: Wenn ich durch Südtirol fahre, fällt mir immer wieder auf, dass es hier besonders oft gelingt Altbauten mit neuen Um- und Zubauten funktional und auch optisch sehr ansprechend zu kombinieren. Wie macht ihr Südtiroler das?

Margareta Schwarz: Die Fragen sind für mich schwierig zu beantworten, ich stecke zu sehr mittendrin? Vielleicht ist in Südtirol in seiner jüngeren Baugeschichte der Einfluss von italienischem Design und italienischer Leichtigkeit bemerkbar? Die Südtiroler Architekt*innen sind sehr gut ausgebildet, sie kommen von italienischen und österreichischen Universitäten, das Handwerk hat ein hohes Niveau und die Südtiroler Baubehörden waren vielleicht sehr aufgeschlossen und haben viel zugelassen. Wirtschaftlicher Aufschwung war angesagt und auch der Ehrgeiz scheint etwas Besonderes in Europa zu sein!? Man muss aber auch bedenken, dass damit auch viele historische Bausubstanz kaputtgegangen ist.

SonnenKlee: Gibt es aus rechtlicher Sicht in Italien besondere Hürden, wenn man mit Stroh bauen möchte?

Margareta Schwarz: Eigentlich gelten in ganz Italien dieselben Baugesetze und es gehört auch zur EU, dessen Gesetze in Italien gelten, im Besonderen in Bezug auf die Baustoffe.

Allgemein kann ich beobachten, dass italienische Baubehörden weniger Sensibilität gegenüber energieeinsparenden Dämmmaßnahmen zeigen als im Norden Europas und es gibt zum Strohbau auch viel Unwissenheit, (das gilt aber auch in anderen Ländern). Südtirol ist ehrgeizig und sicher eine Ausnahme, es kommen bei uns auch europäische Richtlinien zur Anwendung. Unser erstes Strohhaus wurde sogar zum „Besten Klimahaus 2003“ prämiert und das hat vielleicht den Weg für die anderen Strohhäuser geebnet?

Kolleg*innen aus anderen Teilen Italiens erzählen mir schon, dass sie von den Behörden behindert werden. Die Baugenehmigung liegt in der Verantwortung der Gemeinden bzw. des Bürgermeisters persönlich und es könnte sein, dass dieser kein Risiko für die unbekannte Bauweise eingehen will. Auch wird unter Strohbau oftmals der „Lasttragende Strohbau“ verstanden und der ist ja in ganz Europa aus Mangel der statischen Parameter nicht zugelassen (mutige Statiker können auch dieses Problem bewältigen). Eine Strategie wäre auch, im Baugesuch nur von einem Gebäude zu sprechen, das mit Naturmaterialien gedämmt wird. Für die Baugenehmigung ist es nur wichtig einen zugelassenen Baustoff zu verwenden und dieses Problem hat Baustroh inzwischen nicht mehr. Vor 15 Jahren war das allerdings noch anders.

SonnenKlee: Vor gut drei Jahren beim Europäischen Strohballentreffen (ESBG 2017) in Venedig hatte ich das Gefühl, dass in der Italienischen Strohbau-Szene Aufbruchsstimmung herrscht. Wie sehen sie die zukünftigen Entwicklungen im ökologischen Baustoffbereich und wie schätzen Sie das Potenzial des Strohbaues im internationalen Kontext ein?

Margareta Schwarz: Ja, das was die Gruppe „Promopaglia“ beim ESGB 2017 auf die Beine gestellt hat, war beachtlich. Daraus hätte ein nationaler Strohballenverband entstehen sollen, mit einem italienweiten Strohballenbauverzeichnis und noch vieles mehr. Über all dies hätte ich mich sehr gefreut. Die Euphorie hatte aber leider keine Fortsetzung, weil die Beteiligten auseinander geraten sind und sie alle gehen inzwischen ihren individuellen „Strohbauweg“ weiter, ein etwas italienisches Phänomen, würde ich sagen.

Trotzdem beschäftigen sich inzwischen viel mehr Leute mit dem Strohbau und er hat in Italien mehr Anerkennung erhalten, vor allem auch bei den öffentlichen Institutionen.

Meistens sind es die Architekt*innen und Techniker*innen, die sich für den Strohbau interessieren, – vor allem die weiblichen – und das was in Italien fehlt, ist die Ausbildung für Handwerksberufe generell und also auch für den Strohbau im Speziellen. Die Berufsschulen sind alle geschlossen worden, mit Ausnahme. Deshalb entstehen oftmals neue Unternehmen, die Strohbau anbieten, aber nicht unbedingt eine handwerkliche Qualifikation haben. Da habe ich schon einige Strohbauten gesehen, gebaut mit Anleitung aus dem Internet und mit unfachgemäßer Ausführung.

Das Bauen mit Strohballen hätte aus meiner Sicht ein großes Potenzial die Nr.1 zu werden. Die Politik spricht eh nur mehr von „Nachhaltigkeit“ und „CO2-Reduzierung“. Der Strohballenbau wird inzwischen schon öfters öffentlich genannt, (z.B. hat Italien die natürlichen Baustoffe, also auch Stroh, in dem letzten „110% Super-Energiebonus“-Paket aufgenommen (im 2. Anlauf), das Trentino übernimmt das Stroh im Baustoffverzeichnis und auch der Südtiroler Landtag hat schon im Mai 2019 einen Beschluss verabschiedet, der den Strohbau eindeutig favorisieren sollte … und in anderen Ländern passiert auch einiges an höherer Stelle …)

Warum aber kommt der Strohbau nur so langsam vorwärts? Aus meiner Sicht fehlt nach wie vor die Lobby, denn der Baustoff ist zu einfach zu haben, vom „Feld auf die Baustelle“ und das verträgt unsere kommerzialisierte Bauwelt nicht.

In allen Bereichen des Bauens kann der Baustrohballen eingesetzt werden. Im Besonderen würde ich den Strohbau für den sozialen Wohnbau geeignet sehen, auch fürs Eigenheim bauen und für die Selbstbauer*innen. Aus meiner Sicht wird der Trend selbst am Haus zu bauen stark zunehmen, auch Dank Corona, und da eignet sich die Methode der vorgefertigten Elemente sehr gut.

Mein Lieblingssatz: Im Frühjahr sähen – im Sommer ernten – im Herbst bauen – und im Winter ist es kuschelig warm! Von welchem Baustoff kann so was gesagt werden?

SonnenKlee: Können Sie uns vielleicht etwas über ihre letzten Projekte erzählen?

Margareta Schwarz: Mit der Erfahrung der ersten Strohbauprojekte, wo ich die Lasttragende Bauweise (www.esserhof.com) und die konventionelle Bauweise (Casa Dalsant, Casa Mair, Casa Schwarz, … Einfüllen der Strohballen in die stehende Holzständerkonstruktion) kennenlernte, habe ich mir gesagt, es muss unbedingt einfacher und rationeller gehen.

Daher habe ich selber begonnen die Konstruktionen zu planen und auch die Bauweise vorzugeben, was anfangs nicht immer von den ausführenden Unternehmen übernommen wurde, – vermutlich hätte „Mann“ einem männlichen Architekten mehr Vertrauen geschenkt?!

Seit 2009 nun beschäftige ich mich mit 2 Technologien: Einmal die Holzrahmenbauweise in Vorfertigung und zum anderen eine Lasttragende Bauweise mit Kleinballen und auch vorgefertigt.

Die Holzrahmenbauweise sollte mit hohem Vorfertigungsgrad erfolgen und ist anwendbar in allen Bereichen des Bauens. Inzwischen ist die Vorfertigung auch schon eine gängige Art des Strohbauens geworden.

Ich nenne es gerne den „massiven Strohballenbau“, weil die Strohballen direkt mit einer dicken Schicht (>3cm) mit Lehm-/Kalkputz verputzt werden. Die Strohoberfläche ist ein idealer Putzträger. Auch vermauert mit einer dünnen Ziegelmauer erhält die Wand eine optimale Stabilität und Dämmkraft, vor allem gut gegen Hitze. 2011 konnte ich das erste Wohnhaus in dieser Bauweise realisieren.

Und zum anderen habe ich eine Lasttragende Bauweise mit Kleinballen entwickelt, die ebenfalls als vorgefertigte Elemente aufgebaut werden können.

Hier kommt eine Art Knüpftechnik zur Anwendung, die die Strohballen stramm zusammenhält. Und weil niemand daran glaubte, dass es funktioniert, habe ich mit meinem Lieblingsmaurer eine Prototyp-Konstruktion gebaut, die dann fast 2 Jahre dem Wind und Wetter ausgesetzt wurde, – und es funktioniert!

Kleine Pavillons könnten damit realisiert werden und vieles andere mehr, auch Tonnengewölbe, die man ohne Holzstruktur auf Wände aufsetzt. Es ist sicher eine Technik, die noch zu entwickeln wäre.

Solche Rundbogenkonstruktionen faszinieren mich seither und bei den Ferienwohnungen am Dietrichhof ist es 2019 gelungen Pavillons mit dieser Form zu realisieren. Das Projekt wurde für den „Klimahaus Awards 2020“ nominiert.

Anfangs wollte die Bauherrschaft ein Stück vom 21 m langen Stadel abtrennen, 3m – 6m, um 1-2 Ferienwohnungen zu realisieren. Die bestehende Holzkonstruktion des Stadels wäre kaputtgegangen und ich befand sie für sehr schön und in bestem Zustand und ich konnte sie überzeugen, dass diese Stadelhülle erhaltenswert ist. Oftmals ist das Wertvolle schon im Baubestand vorhanden.

Die Baufrauen sind es meist, die mit Stroh bauen wollen, die Männer sind anfangs eher skeptisch. Auch dort am Dietrichhof war es so und der Baufrau haben die Rundbogenkonstruktionen sofort gefallen und sie hat sich selbst eifrig eingebracht.

Es kamen die SonnenKlee-Strohballen zum Einsatz und ich wusste wie wichtig es ist die Maßgrößen der Ballen in der Holzstruktur zu berücksichtigen, niemand der Handwerker hatte eine Erfahrung im Strohbau.

Die Konstruktionspläne habe ich dann ausgeführt und der Statiker hat sie gänzlich übernommen, es gab auch bei einem eingeschossigen Gebäude keine kniffligen Details zu lösen und auch der Zimmermann hat sich die eigene Planung eingespart. Er hat dann auch den Zuschnitt der Rundbögen von einem Plangrundriss, ausgedruckt im Maßstab 1:1 übernommen, – also einfach handgeschnitten und nicht CNC gefräst.

Meine Ausführungsidee war wiederum die Rundbogenkonstruktion als Teile vorzufertigen, (das hatte ich schon mal ausprobiert) inklusive des Grundputzes. Auch hätten manche Gewölbeteile lasttragend in Knüpftechnik gebaut werden können. Da fehlten dann aber die Voraussetzungen und die Einsicht und die Stroh-Holzkonstruktion wurde in herkömmlicher Weise aufgestellt.

Runde Bauteile im Stehen mit Strohballen auszufachen, ohne dass es eine Schalungsfläche gibt, gegen die die Strohballen gedrückt werden können, ist eher aufwendig und mühsam. Auch hier war der sparsame Wandaufbau gedacht, d.h. die Strohballen stecken in den Holzrippen und werden dann nur verputzt.

Die Bauherrschaft hat sich sehr schnell mit dem Projekt identifiziert und viel Eigeninitiative entwickelt. Mit viel Liebe haben sie es eingerichtet und der Zimmermann (Fa. Obrist) hat ein gutes Händchen bewiesen im Umgang mit dem alten Holz und der alten Stadelstruktur.

Für mich war wesentlich „Alt und Neu“ in einen Kontrast zu setzen. Die verputzten Wohnpavillons sind wie südländische Trullis, wirken wie ein massiver Mauerbau und werden von einer Holzkonstruktion aus den Alpen vor Wind und Wetter geschützt.

Gut gelungen ist auch der Einbau der großen Fensterflächen (Icaro Glasstudio). Mir war es wichtig, als gäbe es keine Fensterscheibe, dass ein freier Blick in die Landschaft gewahrt bleibt und dass die Form des Innenraumes zur Geltung kommt.

Bei diesem Projekt hat die einfache Strohwand von insgesamt 42 cm viele Berechnungen und Tests sehr gut bestanden: Der U-Wert liegt bei 0,15 W/(m2K). Die Werte für Luft-/ Winddichtheit haben entsprochen. Eine bauakustische Messung zwischen 2 Wohneinheiten hat ergeben, dass das Bau-Schalldämmmaß R’w 56 dB (≥55 dB) ist und der Trittschallpegel L’n,w 51dB (≤58 dB) ist und ebenfalls die geforderten Werte erreicht.

Der Aufbau der einfachen Strohwand gesamt war ca. 42 cm: innen ca. 3 cm Lehm- und Kalkputz – 36 cm Strohballendämmung – außen ca. 3 cm Kalkputz, incl. der Holzständer 8/36cm versetzt alle 96 cm.

SonnenKlee: Warum haben sie bei ihren letzten Projekten SonnenKlee Baustrohballen gewählt?

Bei den ersten Strohbauprojekten haben wir die Kleinballen aus den Marken/Italien und die Großballen aus Bayern liefern lassen, immer von einem Lieferanten, der die Bauern beliefert hat. Die Kleinballen waren schön dicht gepresst, (teilweise dichter als die von SonnenKlee) und gut geeignet. Aber die Qualität war sehr unterschiedlich und auch die Masse. Einen großen Teil, vielleicht ein Viertel davon, haben wir aussortiert. Ein Teil der Ballen hatte auch schon eine Regensituation oder Nässe erlebt. Erdklumpen, Gras und Äste waren oft eingepresst und wenn die Strohballen über Winter gelagert waren, so hat man mitbekommen, dass Spinnen und kleine Skorpione eingenistet waren. Die haben dann Reißaus genommen, wie wir eingebaut haben. Die Handwerker haben gesagt, die Strohballen rühren wir gar nicht an, es ist kein zugelassener Baustoff, also blieb nichts anderes übrig, als sie im Selbstbau einzubauen. Deshalb war ich dann auf der Suche ein regionales Stroh zu finden. Südtirol hat 2011 eine Getreidekorninitiative (Regiokorn) gestartet und wir konnten die erste Ernte nutzen für ein Strohhaus im Pustertal. Das hat gut funktioniert, es war eine saubere Qualität und das Dinkel-Stroh war auch schön lang (das würde ich mir beim Sonnenklee-Stroh auch wünschen), aber die Ballen waren recht locker gepresst. Der Bauer hat mir erklärt, dass er sich nicht traut bei der Presse ordentlich anzuziehen, weil er bei dieser alten Maschine keine Ersatzteile bekommt. Kleinballenpressen sind heutzutage Mangelware.

Nun – vielleicht erklären diese Erfahrungen, warum es eine große Erleichterung ist, ein gutes zertifiziertes Baumaterial ganz einfach bei SonnenKlee zu bestellen. Die bestellten Baustrohballen waren alle von einer ausgesprochenen schönen Qualität. Auch konnte ich mein unkonventionelles Dach, lauter Dreiecke, mit verschiedenen Größen der SonnenKlee-Strohballen dämmen. Das hat viel Arbeitsaufwand eingespart.

Natürlich erhoffe ich mir, dass die regionale Baustrohballenproduktion in Südtirol irgendwann anläuft, vielleicht auch mithilfe von der mobilen Maschine von SonnenKlee. Im Moment ist zu wenig Nachfrage und wo keine Nachfrage auch keine Produktion.

Eine andere Frage stellt sich mir selbst: In welcher absurden Bauwelt leben wir?

Das „Einfache Bauen“ und den „Selbstbau“ habe ich schon erwähnt, das ist mir ein großes Anliegen und von der „Freude am Bauen“ möchte ich aber auch sprechen, mir geht immer wieder das Herz auf, wenn ich selbst mit Hand anlegen kann.

Die Realität auf den heutigen Baustellen ist aber eine ganz andere und auch eine sehr Konfliktgeladene: Bürokratie, Baureglementierungen, Sicherheitsbestimmungen, vor allem Zeitdruck und Garantie- und Haftungsfragen beherrschen den Bauablauf. Jedes Handwerksunternehmen achtet nur mehr auf seine Auftragsarbeit und verursacht oft einen Mehraufwand für die nachfolgenden Arbeiten.

Die Vorschriften für die Arbeitssicherheit am Bau sind bei uns derart abstrus, sodass ein Handwerker, befolgt er alle Regeln, schon gar nicht mehr arbeiten kann. Die Bauherrschaften dürften schon gar nicht mehr auf die Baustelle. Die Jurisprudenz begleitet alles.

Mit einem unbekannten Baustoff wie den Strohballen kann die Situation noch schwieriger sein. Da könnte gesagt werden: Je einfacher gebaut werden könnte, umso schwieriger wird es!

Die nicht zugelassenen Strohballen, die die Handwerker nicht angreifen, habe ich schon erwähnt, ebenso dass sie eine unbekannte Bauweise nicht ausführen wollen. Überall steckt die Angst vor Bauschäden dahinter, für die sie haften.

Eine besonders schwierige Situation hatte ich auf einer Baustelle, wo die Handwerker in Panik geraten sind, ab dem Moment wo die Gewährleistung der Luft- und Winddichtheit zur verputzten Strohwand aufgetaucht ist. Für mich war es kein Problem, weil eine 3 cm starke Putzschicht ausreichend luftdicht ist. Das war aber den Handwerkern nicht klar und deshalb wurde alles aufwendig und teuer abgeklebt und abgedichtet, auch eine zentrale Lüftungsanlage musste her. In der besten Luft in den Bergen muss nun die Atmungsluft für die Wohnräume zuerst durch viele Meter Plastikrohre geschickt werden! – ich dachte mir in welcher verrückten Welt leben wir?

Aber hier denke ich sind wir alle Beteiligten Opfer und nicht zuletzt ist es die Bauherrschaft, weil die Baukosten durch diesen „Angstaktionismus“ in die Höhe getrieben werden.

Und alle sprechen vom „Leistbaren Wohnen“ (ein Grundrecht des Menschen), – vor allem die Politik. Würde man genauer durchleuchten, wie viel diese überbordende Bürokratie, die vor allem von den Gesetzgebern verursacht wird, den Bauwilligen kostet, vielleicht könnten sogar 30% der Baukosten eingespart werden?

Vielleicht müssten wir hier als Gesellschaft eingreifen? Oder mutig sein … pragmatisch sein … risikobereit sein …?

Liebe Frau Schwarz, vielen Dank für das sehr interessante Interviewgespräch!

Online-Infoabend zum nachhaltigen Bauen

Online-Infoabend zum nachhaltigen Bauen

Du planst dein Haus umzubauen, zu sanieren oder neu zu bauen?
Dir liegt unsere Umwelt am Herzen und deshalb möchtest du nachhaltig bauen?

Dann haben wir einen Tipp für dich: den Lehrgang zum nachhaltigen Bauen!

Profis des nachhaltigen Bauens lassen dich beim Lehrgang an ihrem Wissen teilhaben. Du lernst die Möglichkeiten (Materialien und Techniken) des ökologischen Bauens kennen, damit du bei deinem Bauprojekt aus dem geballten Wissen und Erfahrungen schöpfen kannst.

 

Die Informationsabende dazu finden an folgenden Terminen live über Zoom statt.

31. Mai 2021 von 19:00 – 20:30 Uhr
11. Juni 2021 von 19:00 – 20:30 Uhr

Der Infoabend informiert dich über die Inhalte und Rahmenbedingungen des Lehrgangs. Ein besonderes Zuckerl ist der Frühbucherbonus: Für alle, die sich bis zum 31. Mai bzw. gleich nach dem Infoabend für das nachhaltige Bauen anmelden, gibt es 25% Ermäßigung!

Der Lehrgang startet am 2. Juli 2021.

Wir sind stolz darauf, dass Reinhard Appeltauer im Rahmen des Lehrganges ein Bauernhaus in Strohbauweise präsentiert. Dieses wurde mit Stroh von Sonnenklee gebaut.

Nähere Informationen findest du unter: Infos zum Lehrgang Nachhaltiges Bauen: www.greenskills.at/allgemeine…/nachhaltiges-bauen/

Interview mit Engelbert Schuller-Wagner

Interview mit Engelbert Schuller-Wagner

Engelbert Schuller-Wagner ist ein innovativer Unternehmer, der mit seiner Zimmerei schon viele erfolgreiche Projekte umgesetzt hat. Sein Wissen über den Strohbau hat er bei Pionierprojekten und bei der Zusammenarbeit mit Virko Kade erworben. Wir freuen uns sehr, dass er uns heute ein Interview gibt.

SonnenKlee: Bitte stelle Dich unseren Leserinnen und Lesern kurz vor.

Engelbert Schuller-Wagner: Mein Name ist Engelbert Schuller-Wagner, 44 Jahre jung, verheiratet und stolzer Vater 3er Kinder!

Nach meiner Lehre als Mess- und Regeltechniker wurde mir schnell klar, dass dies nicht MEIN Werkstoff war und somit begann ich meine berufliche Laufbahn als Zimmermann. Nach vielen Jahren am Bau und in der Arbeitsvorbereitung machte ich die Meisterprüfung und kurz danach stürzte ich mich in das Abenteuer der Selbstständigkeit. Nun bin ich seit mittlerweile 6 Jahren mein eigener Chef und seitdem immer auf der Suche nach innovativen Projekten und Baustoffen.

SonnenKlee: Was fasziniert Dich an den Baustoffen Holz und Stroh und warum bist Du Zimmerer geworden?

Engelbert Schuller-Wagner: Das Arbeiten mit Naturmaterialen und im Freien war mir stets wichtig und dies wollte ich auch mit meiner Berufswahl unterstreichen. Durch meinen Vater, gelernter Tischler, habe ich schon früh den Umgang und die Verarbeitung mit Holz gelernt. Diese Zeit hat mich geprägt.

SonnenKlee: Du hast ja bereits zwei lasttragende Strohhallen für uns gebaut. Was hat dich bei den Projekten besonders interessiert und was waren dabei die größten Herausforderungen?

Engelbert Schuller-Wagner: Die größte Herausforderung war den Anrainer zu erklären, was wir hier machen 😉. Scherz beiseite…

Durch die örtliche Nähe der Fa. Sonnenklee wurde ich sehr schnell auf den Baustoff Stroh aufmerksam. Nachdem ich mein erstes Strohbauseminar absolviert hatte, war mir klar, dass dieser Baustoff etwas Besonderes ist und mit Holz perfekt kombinierbar ist und sehr viele Projekte umgesetzt werden könnten.

Nach dem Seminar kam die Fa. SonnenKlee auf mich zu, mit der Anfrage, ob es für mich interessant wäre, eine lasttragende Strohhalle aufzubauen. Natürlich war ich sofort Feuer und Flamme und so begann unsere Zusammenarbeit.

Für mich die größte Herausforderung stellte die Verbindung zwischen Strohballen und Holzbau dar, was wir aber mithilfe von Virko Kade einfach lösen konnten.

SonnenKlee: Kannst Du uns noch etwas über die Konstruktion der beiden Strohhallen erzählen?

Engelbert Schuller-Wagner: Die Herausforderung bei dieser Konstruktion ist die statische Stabilität. Auch wenn die Strohballen sehr groß sind (70x120x250cm) und natürlich auch dementsprechend schwer, war die Ableitung der Windkräfte eine Herausforderung. Wir konnten dies dann mithilfe unseres Statikers, der bis dato nichts mit der Strohbauweise zu tun hatte, und diese nun kennen und schätzen gelernt hat, sehr gut lösen. Jetzt sind wir fit für neue Projekte dieser Art!

SonnenKlee: Die Projekte wurden von Virko Kade (one straw revolution) betreut. Wie ist die Zusammenarbeit mit Virko gelaufen?

Engelbert Schuller-Wagner: Virko hat uns stets unterstützt bzw. sein Fachwissen einfließen lassen. Er war uns eine große Unterstützung!

Sein Fachwissen ist beachtlich und ein man sieht sofort, dass er diese Bauweise zu 100 % vertritt! Dank seiner unkomplizierten und aufgeschlossenen Art ist die Zusammenarbeit mit ihm stets eine Freude.

SonnenKlee: Aktuell planst Du für einen Kunden ein strohgedämmtes Einfamilienhaus. Was ist die Motivation der Baufamilie für diese Bauweise?

Engelbert Schuller-Wagner: Wie vorhin schon erwähnt habe, kann ich in meiner Selbstständigkeit nun Projekt verwirklichen, die mir echt am Herzen liegen und dieses ist definitiv eines davon!

Die Baufamilie schafft mit dieser Bauweise Lebensqualität und nicht nur Lebensraum! Dazu möchten sie, gesunde, nachhaltige, regionale Baustoffe verwenden. Der Strohbau bietet uns die Möglichkeit, nicht recyclebare Produkte, die wir im konventionellen Holzbau für die Dichtheit verwenden müssten, durch nachhaltige, ökologisch sinnvolle Alternativen zu ersetzen. Dies schätzen meine Kunden und auch ich am meisten!

SonnenKlee: Welches Potenzial siehst Du für Stroh als Baustoff in näherer Zukunft?

Engelbert Schuller-Wagner: Ich sehe sehr viel Potenzial darin! Immer mehr Kunden hinterfragen die herkömmlichen Baumaterialien und hier kann ich immer wieder Stroh empfehlen. Durch die Möglichkeit, dass Stroh nun auch in vorhandene Gefache eingeblasen werden kann, bieten sich natürlich im Holzbau sehr viele Varianten an, um Stroh als Dämmstoff zu verwenden.

SonnenKlee: Ich habe auf Deiner Web-Seite gesehen, dass Du schon viele Althaussanierungen gemacht hast. Was ist Dir bei Sanierungsprojekten besonders wichtig?

Engelbert Schuller-Wagner: Natürlich der nachhaltige Aspekt! Unser Firmenmotto lautet „Mit neuem Wissen Altes bewahren“ und wir versuchen diesem Motto treu zu bleiben!

SonnenKlee: Möchtest Du unseren Leserinnen sonst noch etwas mitteilen?

Engelbert Schuller-Wagner: Bei Angeboten sollen die Produkte im Vordergrund stehen und diese dann verglichen werden. Im ersten Augenblick kann ein Angebot mit alternativen Materialien etwas teurer erscheinen, jedoch mit dem Blick auf Nachhaltigkeit, Regionalität und dem ökologischen Fußabdruck, ist ein Bauen mit diesen Produkten immer attraktiver.

Ich freue mich auf die Zukunft und auf weitere Projekte natürlich mit Stroh 😊

Lieber Engelbert, vielen Dank für das Interviewgespräch!

Links:

Besuchen Sie uns auf der Messe Tulln

Besuchen Sie uns auf der Messe Tulln

Wir beraten Sie auch dieses Jahr wieder gerne auf der HausBau + EnergieSparen Tulln. Sie finden uns am Gemeinschaftsstand der Ecoplus.

Diese findet vom 16. – 18. April 2021 von 10:00 – 18:00 Uhr in Tulln statt.

Kontakt zum Messeveranstalter

Messe Tulln GmbH
A-3430 Tulln, Messegelände
Tel: +43/(0)2272/62403-0
Fax: +43/(0)2272/65252
e-mail: messe@tulln.at

Messe Tulln – HausBau + EnergieSparen Tulln (messe-tulln.at)

ASBN Strohballen-, Kalk- und Lehmputz-Workshops 2021

ASBN Strohballen-, Kalk- und Lehmputz-Workshops 2021

3 Tage Strohballen-Einführungs-Workshops

Einführungs-Workshop Stroh: 30. April – 2. Mai 2021

oder

Einführungs-Workshop Stroh & Lehm: 4. – 6. Juni 2021, Start jeweils Fr. 12:00, Ende Sonntag 17:00

Inhalt: Geschichte des Strohballenbaus, Eigenschaften von Stroh, Architektur-Beispiele, Arbeiten mit und Bearbeiten von Strohballen, Strohballen-Infill, Erklärung der verschiedenen Konstruktionen.

Unsere Corona-Garantie: Die Einführungs-Workshops finden in 3720 Ravelsbach, Baierdorf statt, da sie aber auch als interaktive online-Kurse verfügbar sind, finden sie auch bei Corona-Reise- oder Veranstaltungsbeschränkungen garantiert auf jeden Fall online zur gleichen Zeit (mit Trainerbegleitung über Zoom) wie geplant statt.

Unkostenbeitrag (inkl. Verpflegung und Übernachtung):
1 Person: € 300,–
1 Paar: € 550,– (das können auch Freunde sein)
Studenten und Arbeitslose: € 250,–

Weitere Seminare von ASBN
5 Tage Praxis-Workshops: siehe dazu auch die Workshop-Seite von asbn

  • Strohballen Infill & Prefab: 10.-14. Mai 2021
  • Strohballen CUT+Lasttragend: 24.-28. Mai 2021
  • Strohballen Wrapping: 21.-26. Juni 2021
  • Strohballen CUT-Technik: 12.-16. Juli 2021
  • Lehmputz: 19.-23. Juli 2021
  • Kalkputz: 30. August-04.September 2021
  • Lehmfeinputz: 6.-10. September 2021
  • Innenausbau – Dekoration mit Naturmaterialien: 27. September-2. Oktober 2021

Anmeldung unter asbn@baubiologie.at

Interview with Nicola Preti – Architect (IT)

Interview with Nicola Preti – Architect (IT)

Nicola Preti, architect and specialist in natural building, Verona (IT)

Nicola is an architect, living in Verona, and he has been designing buildings from natural materials such as wood, straw, hemp and clay for 7 years. He knows how to bring the design and function of buildings together in an intelligent way and he creates healthy and sustainable living space for his customers. We are very pleased that he is answering our interview questions.

SonnenKlee: Can you briefly describe what you do?

Nicola: I have been an architect since 2006 and for about 7 years I have been exclusively involved in designing buildings using natural materials because I believe it is the smarter future for my clients‘ homes.

SonnenKlee: Why is communication important for an architect?

Nicola: In 2012, I decided to open my own business and began to review my business as a designer. I took a trip to Holland because I was looking for a country with businesses based on creativity, innovation and ecology. It was my moment of rebirth. I understood the importance of communication: designing in the Netherlands is half of the preparation of the product. The other half of the preparation is selling. There is no project without its presentation and communication plan. This is how I came to build the private group „Committenti Coraggiosi” (Brave Clients), which today involves more than 100 private clients, and I also involve over 300 participants in my free conferences on straw houses.

SonnenKlee: Why is the use of natural building materials so important and why do you use them in your projects?

Nicola: Today, after 7 years of designing with natural materials, I am still amazed by the properties of wood, the colours of clay, the scent of a straw wall. The result is a design method that has fixed times and costs, and that has not inferior to anything else “traditional” systems, or more tested ones, such as cement, polystyrene and plastic materials. I believe that natural materials are important in architecture because the building sector is one of the most polluting industries in the world and it will have a decisive role in addressing climate change. Secondly, houses built with natural materials are healthy. More and more, houses cause respiration disease for the people living inside them. That is why I prefer to use materials that don’t have a negative impact on the health of people.

SonnenKlee: Is it difficult to find customers who want to build their home with natural building materials?

Nicola: I discovered that it is not difficult to find clients interested in natural homes if you work a lot to inform them. People need to understand and to know what they are going to pay for. A house is a great investment in the life of a person or of a family. I don’t deal with clients that are friends or acquaintances. I prefer to work with clients that have read my web content or have seen the video of my Youtube channel. After they understand the qualities of a straw house, it is easy to gain their confidence.

SonnenKlee: As we have provided SonnenKlee organic construction straw for several of your projects, we know that you have built some straw houses with the wood construction company Carpenteria Ferrari. How important is it for a straw house project to find the right suppliers with experience and what are the most important skills from such partners?

It is fundamental, 100%!

Having a construction company and a supplier that are structured, competent and equipped, is a guarantee for the clients. Before being a cost, a straw house is an investment of around 300-500,000 euros. For this reason it is important to entrust the dream of a natural home not to improvised construction companies, but to companies that have an internal technical office, and carpentry teams trained specifically on wooden buildings. As I always say, a straw house is first digitally built with bits and then in reality it is built with atoms, to quote Nicholas Negroponte.

SonnenKlee: What are currently the biggest obstacles and difficulties encountered when building with straw and clay in Italy?

Nicola: The biggest obstacle is untrained clients who don’t trust designers, and want to do it by themselves, or who rely on friends, without first checking their skills. Straw houses is a very special sector. Specialized and competent technicians are needed, starting with the designers.

SonnenKlee: How has straw construction business developed in Italy since the European Straw Bale Gathering 2017 in Venice?

Nicola: In the last 4 years straw houses in Italy have developed a lot. I remember that at the beginning, straw houses were mostly associated with the idea of self construction. Later on, with the development of designers and construction builders, straw houses have become more and more industrialized and high quality certified. Nowadays, from my point of view, the standard of straw houses is industrial prefabrication, passive design and health control. I believe there is still a lot of experience to be gained, but certainly in Italy there are technicians and construction companies who can keep up and foster a great further development.

SonnenKlee: I have read that you built a straw house in an earthquake area. Are houses made of straw and wood really earthquake-proof?

Nicola: Absolutely, the structure of my houses are calculated to resist earthquakes, as required by Italian law. Together with Carpenteria Ferrari and the structural engineers, we developed a modular prefabricated wall and roof that is very simple to build, and at the same time has a very rich design concept. It can be described with the famous sentence “less is more”. We spent many hours with the executive project , in order to have a modular structure that is resistant, transportable, light and flexible, and naturally resistant to earthquakes. Great attention in this phase is focused on the quality of materials, on the sizing of wood resistant sections and on steel connections, in accordance with the engineer and the carpentry. The main details to be developed for earthquake resistance are the connection between the foundation and the walls, and the bracing of the walls.

SonnenKlee: Can natural building materials also be used for the renovation of old buildings?

Nicola: Of course, they can. For example, when you have to build an elevation of a building, and you need to have a light structure, you should use natural materials that have a lower weight than, for example, cement. The second fact is that old buildings are mostly made with natural materials (wood, clay, reed, …) so using natural materials is the most correct solution in order to respect the original construction method. In the city centre of Verona, we renovated an ancient historical building with a wall in wood and hemp. The structure had stone walls and wood flooring, so the new wall had to be really elastic and adaptable. Wood and hemp in that case were a perfect solution. We habitually use natural materials also to refurbish apartments or houses, and the result is really great,

SonnenKlee: Is there anything else, you want to share with our readers?

Nicola: The 3 things you need to plan right away to start your adventure of a straw house without it becoming a nightmare are:

  1. the budget you need to have available
  2. the professionals you need to contact
  3. the design process with the timing to have the house finished

My advice for a perfect straw house is always to spend more time at the beginning to gather the right information, and only after that to start the path to, actually building it!

Dear Nicola, thank you very much for the interesting and informative conversation!

Links: