Bericht von unserer Strohhaus-Exkursion in Oberösterreich

Bericht von unserer Strohhaus-Exkursion in Oberösterreich

Am 15.3.2019, fand unsere Strohhausbesichtigung im Raum Oberösterreich statt. Es war eine großartige Veranstaltung und wir möchten uns nochmals im Namen von Herbert Gruber und dem SonnenKlee-Team bei allen HausbesitzerInnen und den zahlreichen TeilnehmerInnen herzlich bedanken.
Unsere erste Station war ein Strohhaus in Summerau. Neben den verwendeten ökologischen Materialien zieht einem das Projekt vor allem durch seine besondere Architektur in seinen Bann. Die Wünsche nach optimalem solaren Eintrag, natürlicher Beschattung, freier Aussicht und gleichzeitiger, blickgeschützter Privatsphäre konnte trotz bestehender Nachbargebäude in einzigartiger Weise von den Architekten Angelo Ferrara & Viviana Schimmenti umgesetzt werden. Weitere Bilder auf der Webseite von StrohNatur.

Beim zweiten Strohballenhaus unserer Exkursionsrunde wurden wir mit dem Duft von frischem Lehmputz (und Kuchen…) empfangen. Besonders ökologisch fanden wir die strohgedämmte Bodenplatte auf Streifenfundament als intelligente Alternative zu einer sonst üblichen Lösung aus  Stahlbeton mit Perimeterdämmung. Aufgefallen ist uns auch die Wandheizung im Lehmputz, kombiniert mit Solaranlage, großem Pufferspeicher und Küchenzusatzherd.

Ein Vollwärmeschutz mit Strohballen für ein bereits bestehendes Gebäude? Genau das wurde beim dritten Exkursionsziel bereits 2016 umgesetzt. Beim „WRAPPING“ werden Strohballen zwischen einem schlanken Holzskelett fixiert und mit diffusionsoffenem Sumpfkalkputz bekleidet. Dass die oberste Geschoßdecke ebenfalls mit Strohballen gedämmt wurde und nun der Heizbedarf um die Hälfte reduziert werden konnte spricht für sich. Dank der gastfreundlichen Eigentümerfamilie durften wir uns nach der Besichtigung auch noch vom behaglichen Raumklima bei einer Tasse Tee überzeugen.

Das Einfamilienhaus aus den 70er Jahren wurde 2016 mit einer rein ökologischen Fassadendämmung versehen. Mit der „WRAPPING-Technik“ wurden 37cm starke Strohballen zwischen einem schlanken Holzskelett an der Fassade befestigt und durch einen diffusionsoffenen Sumpfkalk-Verputz witterungsgeschützt und brandbeständig abgeschlossen. Jeder einzelne Ballen wird dabei auch noch horizontal durch eine Holzleiste fixiert und an die Fassade gepresst. Diese Art der der Strohballenverarbeitung wird auch „CUT“-Technik (Cells under tension) genannt. Die Holzleisten werden in den Strohballen eingelassen, womit dann oberflächlich eine durchgängige, direkt verputzbare Strohoberfläche entsteht und Kältebrücken vermieden werden. Mit einer Heckenschere wird anschließend die Oberfläche „geschoren“ und es kann der Verputz in zwei Lagen aufgebracht werden. Meist wird der Sumpfkalkputz auch direkt auf der Baustelle aus gelöschtem Brandkalk und passenden Putzsanden gemischt. Natürlich wird auch ein Armierungsgewebe eingearbeitet, um Rissbildungen zu vermeiden. Die Eigentümerfamilie hatte bereits vor dem Fassadenprojekt die oberste Geschoßdecke in Eigenleistung auch mit Strohballen gedämmt. Insgesamt wirkt sich die thermische Sanierung mit einer Heizkosteneinsparung von gut 50% aus.

Herbert Gruber – austrian strawbale network

Herbert Gruber – austrian strawbale network

Herbert Grubers Mission ist Bauen mit Stroh und er ist in Österreich sowie auch international an zahlreichen Projekten beteiligt. Ob STEP, ein Lehrgang für Strohballenbau, Vivihouse, das erste offen lizenzierte Modulbausystem für mehrgeschossigen Strohballenbau, oder seine Virtuelle Baustelle in Ravelsbach, Herbert ist ständig am Netzwerken und er treibt seit gut zwanzig Jahren den Strohbau nicht nur in Österreich voran. Sein umfassendes Wissen über den Strohbau aus seiner langjährigen Praxis, teilt er heuer auch auf dem in England stattfindenden ESBG 2019 (European Staw Bale Gathering). Wir freuen uns sehr, dass er uns heute ein Interview gibt.

SonnenKlee: Herbert, wie bist du eigentlich zum Strohbau gekommen?

Herbert Gruber: Das war einer der glücklichen Zufälle in meinem Leben. Ich war zu der Zeit – 1998 – Herausgeber eines Öko- und Baubiologie-Magazins und zu einem Event eingeladen, das Günther Höchtl am Wachtberg in NÖ veranstaltete. Strohballen, die zu einer temporären Bleibe in Dieter Grafs Kunst in der Landschaft-Areal aufgeschichtet wurden, bildeten den Rahmen für das Fest. Die Idee war, zu zeigen, mit wie wenig (Ressourcen, Material, Technik, Budget) ein gemütliches, wohngesundes Dach über dem Kopf errichtet werden kann. Ein paar Rundholzstämme, eine Glasplatte als schräger Wintergarten, Lehmputz und eine Dämmung aus Strohballen, die hier als Wandbausteine wie Ziegel Wände und Dach ausfachten. Und eine Folie fürs Dach. Architektonisch wunderbar simpel, aber gerade deshalb überzeugend. Dass wir das als erstes Strohballenhaus Österreichs bezeichnet haben, war natürlich vermessen. Kein Fundament, keine Haustechnik, nicht einmal eine Haustüre. Es war bewusst so konzipiert, dass es keine bleibenden Eingriffe in die Natur hinterlässt und begann eigentlich schon vom ersten Tag an, sich gemäß dem Cradle-to-Cradle-Prinzip (Kreislaufgedanken) wieder zu Natur zurück zu wandeln.

SonnenKlee: Was fasziniert dich so an dem Baumaterial Stroh?

Dieses kleine „Landschafts-Kunstwerk“ war der Anlass darüber nachzudenken, ob manfrau mit den Strohballen nicht mehr machen könnte. Und ob niemand anderer bisher auf die ziemlich einleuchtende Idee kam, Strohballen als gut isolierende Wandbausteine zu verwenden. Günstig, lokal verfügbar, leicht zu verputzen, stabil genug, um ein Haus zu tragen, natürlich aus nachwachsenden Rohstoffen und gesund und CO2-einsparend. Das Haus vom Acker also, wie wir damals zu sagen pflegten. Und was das Beste war: die Technik schien so einfach wie mit Lego zu spielen. Diese ganze Diskussion um smarte, passive, technikverliebte Häuser, die uns sogar das Denken abnehmen, und die damals bereits voll in Gang war, wurde im Strohballenbau auf eine Einfachheit reduziert, die alle plötzlich wieder verstanden, die alle lernen konnten, die Inklusion und Partizipation im Baugeschehen versprach. Und Empowerment – schlecht übersetzt also Selbstermächtigung. Das, was uns durch Technik, Normen, Lobbys, echte und falsche Sicherheiten, aber vor allem durch die Baustoffindustrie, die natürlich auf Patente setzen muss, um Geschäfte zu machen, zu liberalisieren. Wieder in die Hände der Baufamilien, Planer und Handwerker zu legen. Open Source eben – übrigens bis heute ein ziemlich eiserner Grundsatz der Strohballenbaubewegung. Ausprobieren, teilen, kommentieren, verbessern, teilen, kommentieren, verbessern. Das ist die Triebfeder des Strohballenbaus. Wer immer eine gute Idee hat, teilt sie und erhält wertvolles Feedback. So hat die Monopolisierung und Aneignung durch einzelne da kaum eine Chance. Zugleich ist das der immens starke Innovationsmotor dieser Bauweise. Patente behindern ja üblicherweise Innovationen.

SonnenKlee: Und es kam niemand vorher auf diese Idee?

Herbert Gruber: Nicht in Österreich, soviel ich weiß. Aber natürlich war die Idee so alt wie die Strohballenpressen, die um 1870 erfunden wurden. Nur sie verbreitete sich damals eigentlich nur im englischsprachigen Raum und in der Permakulturbewegung. In der Bücherei fand ich das amerikanische Buch „The Straw Bale House“, die damalige Bibel des Strohballenbaus (Steen/Steen/Bainbridge). Als ich das las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Wir hatten 7 Jahre über Baubiologie geschrieben und von einer der einfachsten und nachhaltigsten Art, Häuser zu bauen, nie vorher gehört. Für alle Jüngeren möchte ich erinnern, dass damals „googlen“ nicht möglich war, das durchsuchbare Internet war gerade im Entstehen. Also ab nach Dänemark, wo das zweite ESBG (Europäisches Strohballen Treffen) stattfand, mit gerade mal 20 Teilnehmerinnen, aber unterstützt von zwei amerikanischen Veteranen des Strohballenbaus: Matts Myhrman und David Eisenberg. Das war dann auch die Geburtsstunde des ASBN, des Österreichischen Netzwerks für Strohballenbau.

SonnenKlee: In den letzten Jahren gibt es immer mehr Menschen die beim großen Spiel „höher, schneller, weiter“ nicht mehr mitmachen wollen und nach Alternativen suchen. Ist Bauen mit Stroh ein möglicher Weg für ein besseres Leben?

Herbert Gruber: Ich denke ja. In Zeiten des Klimawandels suchen doch alle nach Alternativen, nach Wegen aus unserem selbst verursachten Dilemma. Einer dieser Wege ist der Strohballenbau. Ein anderer ist Inklusion, Mitbestimmung. Erst wenn ich etwas verstehe, kann ich auch dafür sein. Ich kann selbst etwas dazu beitragen, diese Welt wieder ein Stück durchschaubarer, natürlicher, ressourcenschonender und energiesparender zu machen. Das ist jetzt natürlich sehr einfach gedacht. Die verdichtete Bauweise, die urbanen Ballungszentren, die Mehrfamilienhäuser sparen ja enorme Mengen an Energie und Ressourcen, vor allem durch Synergien. Aber bei all diesen Effizienzbestrebungen ist uns einiges essenziell Menschliches abhandengekommen: die Mitbestimmung, die Durchschaubarkeit, das Mittun. Wir werden bei diesem bigger-better-faster Getue geistig enteignet. Wir berauben uns der Schwarm-Intelligenz. Wir haben die wichtigsten Entscheidungen im Leben, wie wir klima- und menschengerecht Wohnen und möglichst friedlich miteinander leben können, an Firmen und Vorstandschefs abgegeben, die eigentlich ein anderes Interesse verfolgen: ihr eigenes Geschäft. Dabei haben wir Heimat verloren, das fällt uns jetzt auf den Kopf. Heimat ist ja nicht bloß das Geburtsland, es ist eigentlich das, dem wir uns verbunden fühlen. Diese Verbindung will der Strohballenbau wieder herstellen. Der Strohballenbau ist also durchaus populistisch (lacht).

SonnenKlee: Du machst ja sehr viele Seminare und Workshops zum Thema Bauen mit Stroh. Was sind die wichtigsten Gründe, warum Menschen in die Seminare kommen und wovon profitieren sie schlussendlich am meisten?

Herbert Gruber: Hier geht es in erster Linie um das Verstehen von Zusammenhängen. Wie hängt gutes, solides Bauen für Generationen mit Bauphysik, mit guter Architektur zusammen. Es geht um Sicherheit, um Argumente. Jede Baufirma erzählt uns, wie gut ihr eigenes Produkt ist und was für einen Schwachsinn die anderen machen. Die Bauphysik ist ja kein Mysterium. Ein paar handfeste Fakten und ich gehe denen nicht mehr auf den Leim. Und natürlich geht es in einer Welt, in dem immer mehr Menschen täglich ihre Arbeit vor dem Computerbildschirm verbringen, um das Tun. Mal Anpacken, mal mit Lehm herumpantschen. Mal was Bauen. Da werden durchaus Kindheitserinnerungen wach. Aber das Arbeiten mit den eigenen Händen ist einfach so befriedigend. Die Zeit vergeht viel langsamer, zugleich geht oft viel mehr weiter. Da entsteht etwas – gemeinsam. Wir leben zwar immer mehr als Single, aber eigentlich mehr aus Angst. Das entspricht uns als Mensch eigentlich gar nicht. Wir vereinsamen. Der Strohballenbau ist bei uns immer auch eine Community-Sache. Wir bringen Menschen nicht nur Techniken und Tricks bei, machen sie sicherer in ihren künftigen Entscheidungen, helfen ihnen, Fehler zu vermeiden, wir bringen sie auch zusammen. Sie tauschen sich untereinander aus, helfen einander. Dieses Miteinander hält oft sehr lange nach den Workshops an. Sie lernen Gleichgesinnte kennen. Freunde. Wir könnten eigentlich eine Partnervermittlung aufmachen (lacht wieder).

SonnenKlee: Kannst du uns kurz erklären was eine Strohbau Fachkraft ist und wie viele ausgebildete es in Europa und in Österreich bereits gibt. Wo kann ich sie finden, wenn ich ein Stroh-Projekt plane?

Herbert Gruber: Während es bei unseren Schnupperworkshops ums Mitmachen und um die Grundregeln des Bauens und der Bauphysik geht, geht es im 8-monatigen STEP-Kurs (Strohbau-Training für Europäische Professionisten) ans Eingemachte. Menschen, die den Strohballenbau und was alles dazu gehört, ein natürliches, nachhaltiges, energiesparendes Haus zu bauen, als Beruf ausüben wollen, brauchen natürlich viel mehr Informationen. Sie müssen vor allem auch alle möglichen Fehlerquellen kennen und vermeiden können. Sie sollten dann ja selbst entscheiden können, was falsch und was richtig ist. Sie tragen Verantwortung nicht nur für sich selbst, auch für andere und deren Ersparnisse. Moralisch wie legistisch. Baue ich selbst mit, kann ich immer eine Fachfrau oder einen Fachmann fragen. Baue ich selbst, sollte ich das selbst wissen. Oder zumindest sollte ich wissen, wo ich nachschauen kann. Diese Möglichkeit der fundierten Ausbildung bieten wir seit 2017 an. In Deutschland wird die Fachkraft Strohballenbau schon länger angeboten. Allerdings ist das ein etwas kürzerer, nicht so intensiver Kurs. Und bei uns gibt es Trainingsbaustellen. Unsere Trainees lernen also auch auf echten Baustellen ein Haus mit Strohballen, Hanf und Flachs zu dämmen, luft- und winddicht auszuführen, zu verputzen und Fehler zu vermeiden. Wir bilden also „zertifizierte Strohballenbauer“ aus, basierend auf dem Europäischen ECVET-System in Level 3 (mitverantwortlich) und Level 4 (eigenverantwortlich). Daneben bilden wir auch europaweit Trainer von Strohballen-Organisationen aus, die das STEP-Training in ihren eigenen Ländern anbieten wollen. Obwohl es dafür zahlreiche Fördermöglichkeiten wie Bildungskarenz, Umschulungsförderungen durch das AMS oder Europäische Programme wie Mobilities und Internships usw. gibt, ist die Teilnahme am STEP-Kurs schon auch eine Art Lebens- und Jobentscheidung für die eigene Zukunft. Derzeit gibt es 13 bereits zertifizierte, wovon die meisten mit uns in der Genossenschaft StrohNatur zusammen arbeiten und etwa 26 Teilnehmer*innen in Ausbildung. Demgegenüber haben bei unseren 3-Tages-Schnupper-Workshops mit je einem Tag Strohballen- und Lehmputz-Praxis an die 900 Teilnehmer*innen teilgenommen. Aber diese Kurse bieten wir auch schon seit 2008 an.

SonnenKlee: Open Source Konzepte setzen sich zunehmend auch im Baubereich durch, wie man zum Beispiel am Erdwärme & Ringgrabenkollektor sehen kann. Kannst du uns kurz das Open Source Vivihouse-Konzept beschreiben und welche Vorteile es für die/den Baufrau/-herren bietet?

Herbert Gruber: Mit diesem Projekt der TU Wien, gefördert vom FFG und klima+energie-fonds, bei dem wir als Partner für den Strohballenbau und das Training der Student*innen verantwortlich sind schließt sich der Kreis zum verdichteten, mehrgeschossigen, urbanen Wohnungsbau. Wir haben in diesem Projekt überlegt, welche Möglichkeiten der Partizipation es im urbanen Raum geben kann, welche Bauweisen sich eignen, um den doch erhöhten Brandschutz- und Schallschutzbestimmungen im Wohnungsbau zu entsprechen. Das Resultat waren 3 Generalentwürfe und Produktionsweisen, die Nikolas, Paul und Mikka vom ICP mit Unterstützung der Partner konzipiert und in einem Toolkit zusammengefasst haben. Neben dem Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen wie Stroh und Holz und damit klimagerechtem, CO2-sparenden Bauen geht es hier um Partizipation und die damit verbundenen Einsparungen. Und natürlich um logistische Abläufe bei der Vorfertigung der Module. Denn mit vivihouse setzen wir – anders als im Einfamilienhausbau – auf Vorfertigung in der Halle. Ziel ist es, im Herbst 2019 ein mehrstöckiges Gebäude in Wien komplett mit Strohballendämmung zu errichten, dessen Module ziemlich komplett von Studenten gefertigt wurden. Die Tragkonstruktion, ein Holzskellettbau mit Stahlknoten wird von einer Zimmerei errichtet, die Haustechnik von einer Haustechnikfirma, also durchaus in Kooperation mit Baufirmen und Handwerkern.

SonnenKlee: Ist es vorstellbar, dass Stroh als Baumaterial vielleicht einmal zum Mainstream wird?

Herbert Gruber: Das kommt darauf an, wie man Mainstream definiert. Als etwas, worauf sich die meisten Menschen einigen können, dann haben wir den Mainstream eigentlich schon erreicht. Es gibt das Gerücht, dass in einigen Regionen in Frankreich überlegt wird, jeden Neubau eines Einfamilienhauses zwingend aus Stroh zu bauen. Das würde natürlich Sinn machen als Antwort auf die Klimaerwärmung. Dort gibt es aber auch bereits 7stöckige Strohballenhäuser, Schulen und Kindergärten in Strohbautechnik. Die politische Unterstützung ist dort auch viel größer, es gibt weniger Normen, die den Strohballenbau nach wie vor im größeren Maßstab behindern. Bei uns schreibt die Bauordnung (OIB-RL 2.1) vor: Bei Betriebsbauten … können auch Baustoffe aus Holz und Holzwerkstoffen der Klasse D verwendet werden, wobei gegebenenfalls verwendete Dämmstoffe der Klasse A2 entsprechen müssen. Was auf Deutsch heißt: Holzständerbauten, die in diese Klasse fallen, müssen mit mineralischen Dämmstoffen gedämmt werden, keine Chance für nachwachsende Rohstoffe. Es gilt also durchaus noch einige Hürden zu überwinden, bevor wir in diesem Sinne im Mainstream angekommen sind. Aber das kommt. So sicher wie der Klimawandel. Die Anfragen nach dieser nachhaltigen Bauweise steigen jedenfalls auch bei uns exponentiell. Will sagen: es wollen wesentlich mehr Menschen ein Strohballenhaus bauen, als wir Strohballenbauer überhaupt derzeit bauen können. Ich würde also sagen: das ist ein ziemlich zukunftssicherer Job. Und nach jedem Medienbericht über Strohballenhäuser, nach jedem Film, jeder Innovation in diesem Bereich, wächst und wächst die Zahl derer, die sich ein Strohballenhaus nicht nur vorstellen können sondern solch ein natürliches Haus auch bauen würden.

SonnenKlee: Kannst du uns schon ein paar Details von dem erzählen was die BesucherInnen am ESBG 2019 erwarten wird?

Herbert Gruber: Wie alle zwei Jahre – 4 Tage Vorträge und Präsentationen, Hands-on-Workshops, Innovationen, Ideen, Austausch und eine wunderbare Gegend. Todmorden klingt ja irgendwie furchteinflößend, liegt aber äußerst idyllisch in der englischen Grafschaft West-Yorkshire. Alle, die sich in Europa mit dem Strohballenbau beschäftigen, werden dort sein. Ich natürlich auch mit 2 Vorträgen. Das ESBG findet übrigens von 15.-18. August statt.

SonnenKlee: Was möchtest du unseren Strohbau-interessierten Leserinnen sonst noch mitgeben?

Herbert Gruber: Habt Mut, Euer eigenes Leben wieder in Eure eigene Hand zu nehmen. Der Strohballenbau ist dabei eine von vielen Möglichkeiten. Protestieren ist super, aber Tun ist noch besser.

Lieber Herbert, vielen Dank für das sehr interessante Gespräch!

Links:

 

Bericht von der Strohhaus-Tour im Raum Wien

Bericht von der Strohhaus-Tour im Raum Wien

Am Freitag, den 21.09.2018 waren wir wieder auf einer Strohhaus-Tour unterwegs. Diesmal starteten wir südlich von Wien und zwar mit dem Firmengebäude der Baumeister Höller GmbH, einem Passivhaus das in lasttragender Strohbauweise errichtet wurde.

Das zweigeschoßige Gebäude wurde mit Kalk direkt auf Stroh verputzt und an dem Objekt wurden zahlreiche Detaillösungen neu entwickelt. Geschäftsführer und Baumeister DI Robert Kraus und der Planungsexperte Erich Wallner standen uns für zahlreiche Fragen zur Verfügung.
Und für alle die bei unserer Tour nicht dabei waren, gibt’s schon bald (5.10.-7.10.2018) die Möglichkeit das Strohhaus im Rahmen der Veranstaltung „Kunst und Kultur im Strohhaus“ zu besuchen. Details gibt’s hier zu lesen.

Das zweite Objekt war ein Einfamilienhaus in Massivbauweise bei dem die oberste Geschoßdecke mit Stroh gedämmt wurde. Dieses Projekt wurde von der Baumeister Höller GmbH realisiert. Oberste Geschoßdecken und Dachdämmungen werden schon seit einiger Zeit standardmäßig mit zertifiziertem Baustroh angeboten und von vielen Kunden auch sehr gerne angenommen.
Oberste Geschoßdecke Strohdämmung

Zuletzt durften wir das Firmengebäude der Lopas GmbH besichtigen. Das Objekt besteht aus vorgefertigten, mit Strohhäckseldämmung befüllten Elementen und ist innen und außen mit Lehm verputzt. Die Lehm-Vlies-Technik als Windbremsebene mit rein natürlichen Materialien wurde speziell entwickelt. Das Gebäude ist mit der teilweise vorgehängten Lärchenholzfassade auch ein optischer Hingucker. Es ist seit 14 Jahren in Betrieb und der minimale Heizbedarf sorgt für niedrigste Betriebskosten. Das größte Einsparungspotential an Primärenergie konnte aber bereits beim Bau, durch die nahezu ausschließliche Verwendung von ökologischen Baustoffen generiert werden. Roland Meingast führte uns durch das Gebäude und konnte mit seiner langjährigen Erfahrung im Bereich Stroh und Lehm alle begeistern.

Prächtiges Herbstwetter hat uns die Tour sehr angenehm gemacht und wir freuen uns natürlich schon auf die Nächste. Bei Interesse bitte einfach eine Nachricht an uns schicken!

Interview mit Wouter Klijn – Strohbau-Verband Niederlande

Interview mit Wouter Klijn – Strohbau-Verband Niederlande

Auch in den Niederlanden findet Bauen mit Stroh immer mehr Anhänger. Einer der treibenden Kräfte im Niederländischen Strohbau ist Wouter Klijn. Er engagiert sich beim Niederländischen Strohbau-Verband (Strobouw Nederland) und ist auch beratend für verschiedene Projekte tätig. Strobouw Nederland ist Projektpartner des derzeit laufenden, EU-geförderten Interreg-Projektes UP STRAW, in das Wouter ebenfalls involviert ist. Im Mai war Wouter im Zuge eines Österreichbesuchs auch bei uns in Abetzdorf, um unsere SonnenKlee Baustroh-Produktion zu besichtigen. Wir freuen uns, dass er heute unserer Einladung zu einem Interview nachgekommen ist und uns mit aktuellen Informationen aus den Niederlanden versorgt.

SonnenKlee: Hallo Wouter, bitte stell dich unseren Lesern kurz vor und sag uns auch wie du zum Thema Bauen mit Stroh gekommen bist?

Wouter Klijn: Seit der Gründung im Jahr 2010 bin ich Mitglied im Strohbau-Verband Niederlande und in dem Verein konzentriere ich mich hauptsächlich auf die technische Seite des Bauens mit Stroh, auf die internationale Zusammenarbeit und auf den Austausch von Wissen und Unterricht im Strohbau.

Vor mehr als 20 Jahren, bekam ich von meiner Mutter einen Strohlehm-Kurs. Es war ein Tag Theorie in Utrecht und eine Wochenendhilfe für ein Strohlehm-Projekt in Belgien. Es war ein sehr schönes Geschenk und die Materialen haben mich beeindruckt, aber ich musste auch feststellen, dass dies nicht wirklich meine Art zu bauen war.

Etwa 10 Jahre später war ich an einem Verein beteiligt, der gemeinsam eine nachhaltige Nachbarschaft aufbauen wollte und dabei war Bauen mit Stroh wieder ein Thema. Aber diesmal waren es Strohballen die zum Einsatz kommen sollten. Ich war dann 5 Tage auf dem “European Strawbale Gathering 2009” (ESBG) in Riemst/Belgien und das war der große Wendepunkt für mich. In den folgenden 9 Jahren kam immer mehr Stroh in mein Leben. Ich hatte immer weniger Zeit für meinen Chef zu arbeiten und vor drei Jahren habe ich dann aufgehört als Projektmanager im Industriebau und seitdem widme ich jetzt den Großteil meiner Zeit dem Verein und gelegentlich arbeite ich auch als beaufsichtigender Berater bei Strohbauprojekten für Architekt, Bauunternehmer oder andere Auftraggeber.

SonnenKlee: Kannst du uns bitte kurz erklären was das Interreg-Projekt UP STRAW ist und wie es entstanden ist?

Wouter Klijn: UP STRAW ist eine Partnerschaft mit 8 Partnern aus 5 Ländern (UK, BE, FR, DE, NL) und gemeinsam werden wir den professionellen / öffentlichen Strohbau einen Schritt weiterbringen. Wir wollen erreichen, dass Stroh zur Errichtung von Gebäuden mehr Anwendung findet und dafür möchten wir folgende Ziele erreichen: Wissen verbreiten, Fachleute ausbilden, den Markt simulieren und fünf Projekte umsetzen. Die fünf Beispielprojekte werden in Hastings-UK, Tilburg-NL, Namur-BE, Montargis-FR und Plankstetten-DE realisiert.

Zur Entstehung des Projekts UP STRAW müssen wir 3 Jahre zurückgehen. Im Jahr 2015 wurde nach sechs Jahren erfolgreicher europäischer Zusammenarbeit die Ausbildung zur Strohbau-Fachkraft etabliert. Dabei hat sich gezeigt, dass die internationale Zusammenarbeit sehr wertvoll ist und dabei entstand der Plan, einen Europäischen Strohbauverband (ESBA – European Straw Building Association) zu gründen. Die noch bessere Zusammenarbeit innerhalb Europas erleichterte auch die Gründung internationaler Projekte und UP STRAW war eines der ersten europäischen Erfolge seit der Gründung von ESBA.

UP STRAW ist eine Partnerschaft mit einer Interreg-Mitfinanzierung. Das Zusammenbringen einer relativ großen Anzahl an kleineren Organisationen für Interreg war kein leichter Weg aber nach Ups and Downs fing das Projekt schließlich doch an erfolgreich zu laufen.

SonnenKlee: Der Niederländischen Strohbau-Verband (Strobouw Nederland) ist ja eine der Partnerorganisationen von UP STRAW. Was wurde im Rahmen der Partnerschaft schon alles realisiert und welche Pläne habt ihr noch bis zum Ende des Programms 2020?

Wouter Klijn: Wie schon erwähnt werden die 8 Partner Beispielprojekte in 5 Ländern realisieren. In den Niederlanden ist es eine Investition der Stadt Tilburg in die Renovierung einer Sporthalle. Zu diesem Zweck wurde ein Entwurf erstellt, der Flächennutzungsplan wurde angepasst, der Genehmigungsausschuss hat zugestimmt und nun folgt noch die Ausschreibung. Neben den fünf Investitionsprojekten gibt es eine Reihe von Themen, an denen auch gemeinsam gearbeitet wird:

– Ausbildung im Strohbau für Studenten und Profis,
– Erstellung einer Datenbank mit den wichtigsten Studien im Bereich Bauen mit Stroh,
– Entwicklung von CO2- und LCA-Berechnungsmethoden, um die Auswirkungen der Strohstruktur deutlich sichtbar / vergleichbar zu machen
– BIM-Modelle für Strohbau,
– Durchführung von Marktanalysen,
– Arbeiten an der Zukunft von Stroh in Ballenform für Strohbau,
– Projektkommunikation und Übertragung des UP STRAW Projektes an die European Strobouw Association (ESBA).
Viele dieser Themen laufen bereits und manche sind noch in Vorbereitung. Näheres findet man auch im Internet unter folgendem Link.

SonnenKlee: Gibt es sonst noch interessante Strohbau-Projekte in den Niederlanden, die du kennst oder in die du vielleicht auch involviert bist?

Wouter Klijn: Das Beispielprojekt der Gemeinde Tilburg ist natürlich ein besonderes Projekt. Erstens, weil es sich um die Renovierung eines öffentlichen Gebäudes handelt. Zweitens, weil es ein großes Projekt mit mehr als 1.200 m² Stroh in der Fassade und im Dach ist. Und mit diesem Projekt versuchen wir auch den Schritt vom Fertigstroh zu Einblasstroh zu machen.

Andere Projekte, die ich erwähnen möchte, wären folgende:

Eine erdbebensichere Strohkonstruktion in den Niederlanden.
PrefabStrobouw fertigt in den letzten Jahren auch vorgefertigte Stroh Paneele in den Niederlanden. Derzeit werden ihre Paneele ebenfalls getestet und als „Innovationsfassade“ im BINK (BuildinG Innovation NetworK) gezeigt. Dies ist Teil eines Konstruktionsinnovationszentrums. Das „Building Innovation Center North Netherlands“ beschäftigt sich mit immer wieder auftretenden Erdbeben, die im Norden der Niederlande aufgrund der jahrzehntelangen Gasproduktion entstanden.

Die Firma StrawblocksSystems stellt Strohpaneele für den professionellen Bau her.
Sie tun dies auch mit minimalem Einsatz von Holz und maximaler Strohoberfläche. Die Paneele sind an die Art der jeweiligen Verarbeitung angepasst (mit Polsterung oder Stuck). Ein schönes Beispiel ist ein Yoga-Zentrum in Sterksel.

Das Projekt von OrioArchitecten ist bereits weit fortgeschritten mit den notwendigen Genehmigungen für ein selbsttragendes Projekt mit Earthship aus Holz und Stroh Bei dem interessanten Projekt soll auch eine RFS (Reciprocal Frame Structure) verwendet werden.

Und ich selbst bin an der Konstruktion eines Bio-Architektur-Designs von Michael Rice beteiligt. Dieser Bau wird in der Nähe von Amsterdam realisiert. Es ist ein Design in einem Traum geschaffen. Mit den Stroharbeiten müssen wir schon im Frühjahr 2019 beginnen.

 

SonnenKlee: Die Strohbau-Community lebt ja bekanntlich vom gegenseitigen Austausch, kannst du uns vielleicht ein paar interessante nationale oder auch internationale Events nennen, die in der nächsten Zeit stattfinden werden?

Wouter Klijn: In den Niederlanden ist die wichtigste Messe die „De Bouwbeurs 2019“. Die Veranstaltung ist vom 4. bis 8. Februar 2019 in Utrecht. Die Messe findet jedes zweite Jahr statt und für die Niederlande ist sie die einzige große Messe in der Baubranche.
Der Verein Strobouw Nederland wird auch hier anwesend sein. Es wird eine lange Straße mit verschiedenen Strohbautechniken / Produkten und einem Stand mit allen möglichen Strohbau verwandte Produkten geben: Ausbau, Installationen, etc.
Und 2019 gibt es auch eine ESBG (European StrawBale Gathering). Diesmal findet diese zweijährliche Veranstaltung in Großbritannien statt. Der Ort ist noch nicht fix aber möglicherweise wird das Netzwerktreffen in der Nähe von Hastings stattfinden. Das ESBG ist ein mehrtägiges Treffen von vielen europäischen Fachleuten im Bereich von Bauen mit Stroh und den damit verbundenen Techniken.

Im Jahr 2017 war die ESBG in Venedig und man kann hier darüber nachlesen.

SonnenKlee: Wie viele Strohhäuser gibt es in den Niederlanden schon und wie denkst du wird sich der Strohbau in den nächsten Jahren entwickeln?

Wouter Klijn: In den Niederlanden gibt es etwa 150 Strohprojekte.
In den letzten Jahren haben wir gesehen, dass der Strohbau immer unabhängiger wird. In den ersten Jahren ging ein großer Teil der Entwicklung, oder die Information darüber, über unseren Strohbau-Verein. In letzter Zeit tauchen immer mehr unbekannte Projekte auf, bei denen kein Kontakt oder keine Informationen durch den Verein entstanden sind.
Ich persönlich glaube, dass es derzeit wirklich eine Chance gibt, dass sich der Strohbau in die Breite entwickelt. Das erfordert einiges an Anstrengung, nicht nur bezüglich Regulierungen, die dem klimagerechten Bauen mehr Raum geben sollen, sondern es bedarf auch Unterstützung mit den richtigen Informationen für alle Beteiligten. Außerdem braucht es noch mehr inspirierende Beispiele und auch Organisationen, die es wagen mit Strohbau neue Wege zu gehen.

SonnenKlee: Was wäre deiner Meinung nach wichtig, damit klimaschonendes Bauen und Dämmen mit Stroh öfter zur Anwendung kommt?

Wouter Klijn: Zahlen Daten und Fakten sind nicht genug. Eine Tonne Stroh hält 1,5 Tonnen CO2 für mehr als die Lebensdauer eines Gebäudes aus der Atmosphäre. Besseres Bauen ist kaum möglich. Stroh als Baumaterial zu einer guten Alternative zu machen, erfordert viel mehr. Der Bau ist kein innovativer Sektor. Der Strohbau hat also großen Widerstand aufgrund von Informationsmangel und Vorurteilen.
Bauen mit Stroh muss selbstverständlich werden. Dabei ist es wichtig, im Voraus mit klaren und leicht zugänglichen WIE- und WARUM-Informationen den Zugang zu erleichtern.
Und dann komme ich noch zur richtigen Herangehensweise. In der amerikanischen Typologie der Strohbauweise stoße ich oft auf den Begriff „Schlamm und Stroh“. Dies scheint mir im professionellen Strohbau kein brauchbares Bild zu sein. Das ist nur in einer ganz speziellen enthusiastischen Welt gut.

SonnenKlee: Ist die Zeit jetzt reif für einen nächsten großen Fortschritt im Strohbau?

Wouter Klijn: Ich denke, die Chancen sind klar. Aber es ist kein Prozess, der selbstverständlich ist. Es braucht das richtige Management. Darüber hinaus denke ich, dass es auch eine große Herausforderung ist, zuerst die „richtige Richtung“ zu finden und sie dann effektiv anwenden zu können.
Das geschieht nicht von heute auf morgen. Ein großer Schritt nach vorn erfordert die notwendige Synchronisierung von Angebot und Nachfrage in den Bereichen Ausbildung, Marketing, Versorgung, Regulierung usw.

In diesem Zusammenhang sehe ich auch, dass es in vielen Projekten immer noch eine Herausforderung ist, den richtigen Strohballen zu finden. Wo kann man gutes Stroh kaufen? Welche Anforderungen muss es auf ein Minimum erfüllen? Welche Dimensionen sind verfügbar? Ist das Stroh ohne Pestizide? Kann es organisch sein? Was sind die Kosten?  Wie koordiniere ich Projekt und Lieferung?  Und was ist mit der Zertifizierung und wofür brauche ich sie?
Landwirte und Akteure der Baubranche müssen sich finden und sich gegenseitig unterstützen. Das sehe ich auch als eine sehr wichtige Aufgabe für unseren Strohbauverein.

 

SonnenKlee: Was möchtest du unseren Strohbau-Interessierten Leserinnen sonst noch mitgeben?

Wouter Klijn: – Manchmal schaue ich gerne aus größerer Distanz auf den Verlauf des Geschehens: Jede Bautechnik kann auf verschiedene Arten angewendet werden. Wir sind alle frei, aber die Auswahl ist begrenzt. Ich sehe dann 3 Möglichkeiten:
– Vergiss es und tu es nie wieder – mach es wie seit Jahren – tu auf eine neue Art und Weise.

Mit Stroh bauen, anders als bisher, das ist die größte Herausforderung für mich. Und dabei geht es nicht nur ums „machen“, sondern ums „verstehen“.

Etwas anders machen als bisher, das tun wir ständig, oft ohne es zu sehen und zu wissen.
Erkennen und verstehen, dass wir etwas anderes machen, das erfordert im Bauwesen über die bekannten Rahmenbedingungen hinauszugehen und sich mit dem Material neu zu befassen. Es geht darum alte Methoden los zu lassen. Aber womit hast du noch etwas zu tun? Nichts. Das ist schwierig.

Ich helfe mir dabei zum Beispiel, indem ich versuche in die Eigenschaften des Materials selbst hineinzusehen. Wie verhält sich Stroh tatsächlich?
Was macht die Wärmeleitung manchmal unabhängig von der Dichte? Was passiert, wenn Kondensation in der Luft zwischen den Strohteilen und im Stroh selbst auftritt? Wie beginnt die Selbstentzündung in einer Strohmasse und unter welchen Bedingungen? Wie würde ich ein Problem lösen, wenn ich der Strohhalm wäre?

Stroh ist ein schönes Material für mich. Im Laufe der Zeit war es immer ein nützliches Material für unsere sich ständig ändernden Umstände: Mangel an Holz, Geldmangel, Bedürfnis nach Natürlichkeit, Aufmerksamkeit für Gesundheit, Wunsch nach Komfort, Notwendigkeit, CO2 zu beseitigen, erschöpfende Rohstoffe und  und und … die Zukunft wird noch viel mehr dazu beitragen das Stroh als Baumaterial eingesetzt wird.

Think like straw, don’t put it in your head!

Lieber Wouter, vielen Dank für das sehr interessante Interviewgespräch.

 

 

 

Pilotprojekt Stroh-Einblasdämmung in Tirol

Pilotprojekt Stroh-Einblasdämmung in Tirol

Unser neuestes Pilotprojekt bei dem wir SonnenKlee Stroh-Einblasdämmung zum Einsatz gebracht haben steht in den wunderschönen Tiroler Alpen. Die Verarbeitung durch unseren Einblas-Partner (Siegfried Walser/Isocell) verlief reibungslos und die Qualität unseres Bio-Produkts hat sich wieder einmal bewährt. Unsere 100% ökologische und wirklich nachhaltige Dämm-Alternative funktioniert sehr gut und wir arbeiten weiterhin an der Erlangung einer Europäisch technischen Zulassung für unser Produkt.

Falls auch Sie ihr Projekt mit Stroh dämmen möchten, dann senden Sie uns eine Nachricht mit den Eckdaten. Wir prüfen ob und in welcher Form Stroh als Dämmstoff einsetzbar ist und machen Ihnen ein Angebot.

Fotos Ruth Ostermann.

SonnenKlee Baustrohballen für STEP-Workshop

SonnenKlee Baustrohballen für STEP-Workshop

Herbert Gruber und Toni Auer bauen derzeit ein zweigeschossiges Strohballenhaus mit überdachter Terrasse und Scheunenanbau. Dabei verwenden sie auch Strohballen von SonnenKlee. Das Projekt in Summerau/OÖ ist Strohballen-Architektur in Reinstform und dient auch als Trainingsbaustelle für einen STEP-Strohbau- und Lehmputz-Workshop im Rahmen der Ausbildung zur zertifizierten Strohballen-Fachkraft.

Weitere Details zu diesem Strohbau-Projekt und sehr schöne Fotos finden Sie auf der StrohNatur-Webseite.

Jürgen Herler (Biologe) im Interview

Jürgen Herler (Biologe) im Interview

Einer der Gründe warum hierzulande noch nicht mehr Häuser mit Stroh gebaut werden, ist ein großes Informationsdefizit. Um mehr Menschen das Thema nahe zu bringen, sind Referenzprojekte notwendig, die zeigen, dass bauen mit Stroh funktioniert. Jürgen Herler ist einer der schon sehr früh die Vorteile von Stroh als Baumaterial erkannt hat und er hat sein eigenes Haus in dieser vorbildlich nachhaltigen Weise errichtet. Als Ökologe weiß er genau warum es Sinn macht mit Stroh zu bauen und als Bewohner beweist er täglich, dass das Konzept Strohhaus in der Praxis taugt. Wir haben ihn heute zum Interview eingeladen.

Strohballenhaus Herler im Wienerwald

SonnenKlee: Hallo Jürgen, bitte erzähle uns kurz, wer du bist und was du machst.

Jürgen Herler: Hallo. Ich bin von meiner Ausbildung her Biologe und habe 15 Jahren in der Meeresforschung gearbeitet. Vor 3 Jahren habe ich ein Unternehmen für vertikale, essbare Begrünungen gegründet. Vor 4 Jahren haben wir ein strohgedämmtes Holzständerhaus im Wienerwald gebaut, in dem es sich hervorragend lebt.

 

SonnenKlee: Warum hast du dein Haus mit Stroh gebaut?

Jürgen Herler: Weil ich als Biologe immer den

ökologischen Stoffen und biologischen Kreisläufen den Vorzug gebe, da sie keine negativen Umweltfolgen nach sich ziehen. Stroh hat einen kurzen turn-over, muss nicht eigens angebaut werden und hat auch noch hervorragende Dämmeigenschaften. Ein wunderbarer Dämmstoff.

SonnenKlee: Kannst du uns als Biologe/Ökologe vielleicht sagen warum es Sinn macht Häuser mit Stroh zu bauen?

Lehmputz in natur gehalten

 

Jürgen Herler: Es ist biogen, entsteht als Nebenprodukt in der Landwirtschaft, ist lokal verfügbar und hat beste Dämmeigenschaften. Somit gibt es keinen Baustoff mit vergleichbarer Ökobilanz und regionaler Wertschöpfung. Stroh als Dämmstoff löst daher viele Probleme simultan.

SonnenKlee: Bitte nenne uns noch ein paar Fakten aus dem echten Leben in einem mit Stroh gedämmten Haus?

Jürgen Herler: Tatsächlich funktioniert das Haus am besten im Winter, aber da Stroh auch eine sehr gute Wärmespeicherfähigkeit hat, bleibt es auch im Hochsommer recht kühl im Haus. Die Kombination mit Holz, Lehm und Flächenheizungen (Solar-, Holzofenkombination) ergibt eine einzigartige Lebensqualität. Das bestätigen uns auch laufende unsere Besucher, zu denen Bauherren, ArchitektInnen, Vereine und Umweltorganisationen gehören.

 

 

SonnenKlee: Worauf kommt es bei einem wirklich zukunftsträchtigen, verantwortungsbewussten und nachhaltigen Lebenskonzept an?

Jürgen Herler: Auf echte ökologische Konzepte. Lösungen, die möglichst wenige oder gar keine Folgeprobleme mit sich

Jürgen Herlers HERBIOS Vertikalgärten

bringen. Das Schlagwort heißt „nature-based solutions“. Dazu zähle ich im Baubereich vor allem biogene Baustoffe. Stroh kann hier eine große Rolle spielen. Neben dem Wohnbedürfnis ist aber vor allem auch unsere Ernährung wichtig. Diesem Thema gehe ich nun mit meinem Unternehmen Herbios nach, in dem ich Gebäude auch mittels Vertikalgärten „essbar“ machen möchte. Auch unser Strohhaus erhält derzeit eine biologische, essbare Hülle.

SonnenKlee: Was müsste deiner Meinung nach passieren, damit ein Umdenken in der Gesellschaft Platz greift und noch viel mehr Menschen sich für ein nachhaltiges Lebensmodell entscheiden?

Jürgen Herler: Echte Aufklärung zum Thema Ökologie von Baustoffen und mehr Mut für flexibles und reversibles Bauen mit biogenen Baustoffen. Wir bauen für Jahrhunderte, aber schon nach 30 oder 40 Jahren will keiner mehr die „alten“ Häuser. Daher müssen wir uns auch mehr über die Entsorgung unserer Gebäude Gedanken machen. Ökobilanzen sollten ernster genommen werden. In Zeiten des Klimawandels und Artensterbens braucht es einen massiven Strukturwandel in unseren Grundbedürfnissen Wohnen und Ernährung.

SonnenKlee: Würdest du die Bauweise mit Stroh anderen Menschen weiterempfehlen und wenn ja, warum?

Strohaus der Familie Herler

Jürgen Herler: Natürlich. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Klimawerte und Ökobilanz von Stroh sind großartig. Vor allem in Kombination mit Holz und Lehm. Ich möchte die Frage daher umdrehen: warum baut man eigentlich mit anderen Materialien, wenn es auch mit Stroh und Holz geht?

SonnenKlee: Was möchtest du unseren Lesern und Leserinnen sonst noch gerne mitgeben?

Jürgen Herler: Mehr Mut bei der Entscheidung zum Bauen mit biogenen Baustoffen und mehr Vertrauen in die Natur. Die Lösungen sind viel einfacher, als es uns eine technisch hochentwickelte Gesellschaft und Wirtschaft suggeriert. Wichtig ist die Information durch fachlich kompetente Bauberater. Diese werden glücklicherweise laufend mehr. Und bestehende Häuser besuchen. Auch unser Haus steht Besuchern offen, die sich durch unser glückliches Leben in einem Strohhaus stimulieren lassen möchten, ebenfalls ein biologisches Haus für sich oder andere zu bauen.

SonnenKlee: Lieber Jürgen, wir danken dir für das interessante Interviewgespräch!

Jürgen Herler: Sehr gerne! Viel Spaß und Erfolg beim weiteren Umsetzen ökologisch nachhaltiger Bauwerke.

 

Links:

Fotos: Jürgen Herler

Bericht von der Strohhaus Besichtigungstour in Oberösterreich

Bericht von der Strohhaus Besichtigungstour in Oberösterreich

 

Am Freitag dem 23.03.2018 starteten wir unsere zweite Strohhaus-Besichtigungstour. Diesmal waren wir in der Umgebung Linz unterwegs und wir durften drei Strohballenhäuser besichtigen. Das erste Haus war noch im Bau und obwohl es eisige Temperaturen hatte und auf der Baustelle noch nicht geheizt wurde, war es drinnen schon angenehm warm und die Teilnehmer unserer Tour konnten sich von der Dämmleistung des Baumaterials Stroh „vor Ort und live“ ein Bild machen. Die weiteren zwei Strohhäuser waren schon bewohnt und wir konnten sehen wie gut Häuser mit Strohdämmung funktionieren. Trotz der etwas weitern Fahrstrecke zwischen zwei Objekten herrschte gute Laune in der Gruppe und die Baufrauen und -herren gaben uns ausgezeichnete Einblicke in ihre Stroh-Projekte.

Die besichtigten Projekte wurden alle von der Firma Schachner Holzbau errichtet und der Projektverantwortliche Franz Reichinger stand uns ebenfalls Rede und Antwort.

Wir möchten uns im Namen von SonnenKlee und Holzbau Schachner nochmals herzlichst bei den Baufamilien für die Möglichkeit zur Besichtigung ihrer großartigen Strohbauprojekte bedanken!

Nachdem unser Event wieder sehr gut besucht war, planen wir in den nächsten Monaten eine neuerliche Strohballenhaus Besichtigungstour.

   

Bei Interesse schicken Sie uns bitte ein kurzes E-Mail oder geben Sie uns Ihre Kontaktdaten weiter unten bekannt.

Informationen anfordern:

Schicken Sie uns Ihre Kontaktdaten und wir informieren Sie sobald der nächste Termin feststeht.

 

Benedikt Kaesberg von BauStroh im Interview

Benedikt Kaesberg von BauStroh im Interview

Der Strohbau hat im letzten Jahr einiges an Schwung bekommen, und Benedikt Kaesberg hat vieles zur „Massentauglichkeit“ von Stroh als Baustoff beigetragen. Als Strohbau-Zimmerer, Gesellschafter der BauStroh GmbH und aktives Mitglied im Fachverband Strohballenbau Deutschland e.V. (FASBA) ist er ein Wissensträger im Strohballenbau. Wir haben ihn zum Interview eingeladen.

SonnenKlee: Hallo Benedikt, bitte stell dich kurz vor und erzähl uns bitte was du alles machst.

Benedikt Kaesberg: Ich bin sowohl Akademiker als auch Handwerker und beides integriert sich im Strohbau. Ich arbeite auf Baustellen, habe die bautechnische Anerkennung des Strohballenbaus in Deutschland mitentwickelt, bin Hersteller von Strohballen als Bauprodukt, auch als Autor tätig sowie im Strohbau inzwischen auch europäisch vernetzt.

SonnenKlee: Wie bist du zum Strohbau gekommen, und was fasziniert dich so daran?

Benedikt Kaesberg: 2004 hatte ich das Glück, als Zimmerer erstmals bei einem Strohbauprojekt mitbauen zu können. Das dreigeschossige Gebäude „Strohpolis“ war damals das größte Strohbau-Projekt in Deutschland. Mich fasziniert die Lebendigkeit, die ich im Bauen mit Stroh immer wieder erlebe. Da sind die überzeugten Bauherren und ­-damen, wie dort am Standort Siebenlinden, die quasi auf der grünen Wiese ein ökologisches Modelldorf aufbauen wollten und das auch tun. Da sind die Baustoffe Holz, Stroh, Lehm, die maximal nah an der Natur geblieben sind. Und da sind die Räume, die so entstehen und in denen es vielen Menschen wohl ergeht. Ich selbst lebe (bislang) nicht in einem Strohballenhaus, aber bei all meinen Gelegenheiten dort zu übernachten, habe ich mich morgens jedes Mal sehr gut ausgeschlafen gefühlt.

SonnenKlee: Was braucht es deiner Meinung nach, um Stroh vom Promilleanteil, den es derzeit am Markt für Baustoffe hat, in den Prozentbereich zu bringen?

Benedikt Kaesberg: Zunächst gilt es, folgendes zu denken: Bauten wie das S-House, der „5-Geschosser“ in Verden, das Ökodorf Siebenlinden, zahlreiche öffentliche Bauprojekte in Frankreich usw. zeigen, was Stroh am Bau kann und dass viel mehr Strohbau möglich ist. Und dann gilt es, das auch wollen.

Wer klein ist, tut gut daran, sich zusammen zu tun. 2017 wurde das von der EU gefördertes Projekt UP STRAW gestartet und es hat das erklärte Ziel, Bauen mit Stroh in den beteiligten Ländern (F, B, NL, UK, D) in eine neue Größenordnung zu führen. Das ist wirklich sehr spannend!

Wenn all diejenigen, die sich derzeit den Strohbau auf die Fahne schreiben, volle Auftragsbücher mit strohgedämmten Gebäuden hätten, wäre das großartig. Und auch dann wäre ein Anteil von auch nur einem Prozent am Bauvolumen insgesamt wohl noch nicht erreicht. Es braucht noch viel mehr professionelle Akteure.

Der Vergleich eines Hauses aus konventionellen energieintensiv hergestellten Baustoffen mit einem strohgedämmten Gebäude zeigt u. a., dass der Unterschied im Treibhauspotential einer zwanzigfachen Erdumrundung in einem Mittelklassewagen entspricht![1] Das ist bekannt. Es braucht Klimapolitik auch für den Bausektor. Die Energiewende ist in Deutschland inzwischen ein bekannter Begriff; nötig ist daneben auch eine Bauwende!

SonnenKlee: Die „lasttragende Bauweise“ könnte zu einer noch größeren Reduktion des Einsatzes der knappen Ressource Holz beitragen. Wo liegen da die Hürden und warum wird in Deutschland kaum „lasttragend“ gebaut?

Benedikt Kaesberg: Grundsätzlich gibt es in Deutschland keine anerkannten Berechnungsverfahren für die Belastbarkeit von Strohballen, so dass hier nur eine Genehmigung im Einzelfall möglich ist. Dabei muss ein Statiker die zuständige Baubehörde überzeugen, dass und wie Strohballen belastbar sind.

Es gab ein Forschungsprojekt und eine Doktorarbeit, wo auch das Potenzial des lasttragenden Bauens mit Stroh untersucht wurde. Dabei kam heraus, dass eine bauaufsichtliche Anerkennung hier langwierig und wohl auch nur eingeschränkt möglich wäre (z. B. auf kleinere eingeschossige Bauten).

SonnenKlee: Wie schätzt du die Lage des Strohbaus in Europa ein? Wo läuft es besonders gut und warum?

Benedikt Kaesberg: Frankreich ist in der Verbreitung des Strohballenbaus europaweit führend. Das französische Strohbaunetzwerk hat flächendeckend aktive Mitglieder, und es hat auch erfolgreich Lobbyarbeit gemacht, so dass Strohbau in der Politik bekannt ist und unterstützt wird. Beides ist vorbildlich und die Frucht langjähriger Arbeit.

Deutschland ist bekannt für seine erfolgreiche Grundlagenarbeit.

Aus Österreich kenne ich einige markante Bauprojekte. Außerdem gibt es hier einige Holzbaubetriebe, die Stroh als Baustoff verwenden, jedenfalls mehr als in Deutschland.

Insgesamt ist die Vernetzung der Strohbauaktiven in Europa erstaunlich weit entwickelt, so dass es nun auch Möglichkeiten zur gemeinsamen Entwicklung von Standards gibt.

SonnenKlee: Welche drei Strohbauprojekte sind für dich persönlich die beeindruckendsten und richtungsweisendsten?

Benedikt Kaesberg: Wenn man den Begriff Projekt etwas weiter fasst würde ich sagen:

Erstens, die erfolgreiche Grundlagenarbeit des FASBA (Fachverband Strohballenbau Deutschland) hat zu einer umfassenden Anerkennung des Bauens mit Stroh geführt. Ein Markt dafür ist nun möglich. Das ist beachtlich und zukunftsweisend!

Die erfolgreiche Lobbyarbeit und Mitgliederwerbung und –aktivierung des frz. Strohbaunetzwerks. Dort gibt es eine landesweit anerkannte und flächendeckende Ausbildung und damit wurden bislang schon 7000 strohgedämmte Gebäude errichtet, darunter befinden sich auch zahlreiche Großprojekte. Und es geht noch weiter! Es gibt dort inzwischen örtlich so etwas wie amtliche Bebauungsempfehlungen für Strohbau.

Mir scheint, dass gerade sehr viele Strohbauaktive aus ihren „Löchern“ herauskommen und auch über den nationalen Tellerrand hinausschauen. Vor einem Jahr wäre z. B. so ein Interview wie dieses noch nicht entstanden. Ich bin sehr gespannt, was daraus noch alles wird.

SonnenKlee: Kannst du uns die wichtigsten Gründe nennen, warum heute jemand sein Projekt mit Stroh umsetzen sollte?

Benedikt Kaesberg: Der wichtigste Grund scheint mir zunächst der Nutzen: Wenn jemand ein gesundes Eigenheim oder auch ein Mietobjekt mit hohem Qualitätsstandard haben möchte, ist er mit Stroh gut bedient.

Dann überzeugen die baulichen Qualitäten wie ein sehr angenehmes Raumklima durch Lehmverputzung und dem Einsatz von natürlichen Materialien sowie bestem Wärmeschutz im Winter und Hitzeschutz im Sommer.

Auch die Nachhaltigkeit strohgedämmter Gebäude ist hervorragend. Deutschland wird seine Klimaschutzziele 2020 aller Voraussicht nach deutlich verfehlen. Wenn das Bauen mit Stroh zum Standard würde, wäre das eine Trendwende, denn Bauen mit Stroh ist klimarelevant!

SonnenKlee: Was möchtest du unseren Lesern und Leserinnen sonst noch gerne mitgeben?

Benedikt Kaesberg: Macht es!

Lieber Benedikt, wir danken dir für das interessante Gespräch!

Links:

Quellenverweis:

[1] FNR (Hrsg.): Strohgedämmte Gebäude (2017), S. 22.

Besichtigungstour Strohballenhäuser im Raum Oberösterreich

Besichtigungstour Strohballenhäuser im Raum Oberösterreich

Am 23. März 2018 ab 13:00h  veranstalten wir gemeinsam mit Holzbau Schachner, im Raum Oberösterreich eine Besichtigungstour von Strohballenhäusern.

Wer selber überlegt ein Strohhaus zu bauen oder plant eine Renovierung mit Strohdämmung zu machen, ist hier richtig. Zukünftige Baufrauen und -herren haben dabei die Gelegenheit, bereits bewohnte oder in Bau befindliche Objekte zu besichtigen und mit den BewohnerInnen über deren Erfahrungen zu sprechen.

Detail Infos:
Wir starten am 23.3.2018 um 13:00h in 4204 Reichenau (Mitfahrgelegenheit ab Bhf. St. Pölten, Start 10:45 und bei Bedarf können wir auch gerne eine Mitfahrgelegenheit von Wien-Hütteldorf organisieren).

Wir starten mit dem ersten Strohballenhaus, das sich noch im Bau befindet. Danach fahren wir zu einem weiteren, das bereits seit einem Jahr bewohnt ist. Mit dem dritten Haus, dass schon mehrere Jahre bewohnt ist, beenden wir die Tour ca. um 18:00h.

Zur Anmeldung bitte folgendes Formular abschicken oder einfach ein E-Mail an kontakt@sonnenklee.at senden.

Wenn Sie Fragen haben, senden Sie uns einfach ein E-Mail.

Anmeldung zur Besichtigungstour Strohballenhäuser im Raum Oberösterreich am 23.3.2018 ab 13:00h.